Ausgabe: 11 / 2008
Seite: 127
Kunst in der Röhre
Von Almuth Spiegler
Privatmuseum: Sammlung Liaunig eröffnet
Während in Deutschland ein Privatmuseum nach dem anderen eröffnet, gehen die österreichischen Sammler es gemütlicher an. Erst neun Jahre nach dem Pionier auf diesem Gebiet, der Sammlung Essl in Klosterneuburg, eröffnete jetzt in Neuhaus in Kärnten das zweite private Museumsprojekt der Alpen re publik.
Damit hat der hier beheimatete Industrielle Herbert W. Liaunig, 63, nicht nur die Aussicht aus den Fenstern seines Schlosses am Hang gegenüber bereichert, auch der Erlebnisfaktor für unvorbereitete Autofahrer ist beachtlich:
Spektakulär schießt das sonst bis aufs Dach und die beiden verglasten Enden stollenartig im Erdreich versenkte Museum plötzlich aus einem Neuhauser Hügel und schwebt mit einem Ende über der Straße. 160 Meter lang und nur 13 Meter breit ist dieser vom Wiener Architektenteam "querkraft" röhrenartig konzipierte Hauptraum, dem drei weitere Baukörper untergeordnet sind.
Die zur Eröffnungschau ausgesuchten 300 Werke der insgesamt rund 2150 Stücke umfassenden Kunstsammlung zeigen, was Liaunig in 40 Jahren lieben gelernt hat: Neben Arbeiten von österreichischen Stars wie Arnulf Rainer und Maria Lassnig, auch Werke unterschätzter Künstler wie Hans Bischoffshausen oder Helga Philipp. Die einzige Lichtinstallation von Brigitte Kowanz führt indes in die höhlenartige "Schatzkammer" des Museums, wo Goldobjekte aus Afrika lagern, des Sammlers jüngste Leidenschaft.
Internet: www.museumliaunig.at
Bildunterschrift:
Spektakulär:
Das von dem Wiener Architektenteam "querkraft" entworfene Gebäude des Museums Liaunig in Kärnten
