Ausgabe: 11 / 2008
Seite: 8
Globale Eventkultur
Von
"Schwerer Notstand in Pompeji" - Journalbeitrag von Ute Diehl (art 9/2008)
Die Zustände in Pompeji sind leider nichts Neues. Neu ist, dass in Rom nun erneut ein Mann regiert, der das Land wie eines seiner Unternehmen betrachtet und die nationalen Kulturgüter privaten Investoren überlassen will, um Haushaltsmittel zu sparen. Dass ein eher als links einzustufener Superintendent in Pompeji da sehr lästig ist, liegt auf der Hand - also wird mal eben der nationale Notstand ausgerufen, vom Kultusminister ein (politisch genehmer) Sonderkommissar ernannt und den lokalen Strukturen vorgeordnet. So werden politisch nicht erwünschte Personen kalt gestellt. An den Zuständen in Pompeji wird das nichts ändern - hingegen dürfte die vom kampanischen Tourismusdirektor "ersehnte Privatisierung der Ausgrabungsstätte" und die damit zu erwartende forcierte Einbindung in die den Schaden künftig nur noch vermehren.
Thomas Forstner, per E-Mail
