Ausgabe: 11 / 2008
Seite: 88
Ein Turner des hohen Nordens
Von Almuth Spiegler
Ausstellung des norwegischen Landschaftsmalers in der Kunsthalle
KREMS: PEDER BALKE
Es ist die erste Einzelausstellung des international bislang unbeachteten experimentellen Landschaftsmalers Peder Balke (1804 bis 1887) außerhalb seiner Heimat Norwegen. Und selbst dort wurde er erst 1996 mit dem Erscheinen der Biografie des Malers Per Kirkeby bekannt.
Dabei sei Balke zeitlich und vom Ausdruck her durchaus neben William Turner zu stellen, ist der neue Kremser Kunsthallen-Direktor Dieter Buchhart überzeugt. Wie dieser habe Balke "versucht, das Licht zu visualisieren" - ebenfalls mit ungewöhnlichen Mitteln, die in Richtung Abstraktion verwiesen und die ab 1850 immer radikaler wurden. Balke arbeitete nass in nass, legte auf emailartig glatter weißer Fläche erst grob die Flächen an, wischte dann mit Tüchern die Wolken in die Farben und kratzte mit Pinselende und Spachtel die Bergmassive heraus. Seine Motive fand der Maler in der Natur im Norden Norwegens, deren Romantik und Dramatik ihn 1832 bei einer Schiffsreise überwältigte und ihn seine gesamte künstlerische Entwicklung hindurch nicht mehr losließ.
Termin: bis 15. Februar 2009.
Katalog: Kehrer Verlag, 19 Euro, im Buchhandel 28 Euro. Internet: www.kunsthalle.at
Bildunterschrift:
"Stetind im Nebel" (71 x 58 cm, 1864)
