Ausgabe: 10 / 2008
Seite: 124

Hener kehrt nach Kairo zurück

Von Kerstin Schweighfer

Ausgrabungen: Konservator erkannte geraubte Figur

KERSTIN SCHWEIGHÖFER

Konservator Maarten Raven vom Nationalmuseum für Altertümer in Leiden staunte nicht schlecht, als ihm ein niederländischer Privatsammler zur Beurteilung eine kleine ägyptische Totenfigur (Uschebti) präsentierte.

Er hatte das 8,5 Zentimeter große Stück von einer deutschen Galerie erworben. Der 54-jährige Experte für ägyptische Kunst erkannte sie sofort: "Sie war gestohlen, ich hatte sie vor über 20 Jahren eigenhändig ausgegraben!" Das war 1985 bei Ausgrabungen in Sakkara südlich von Kairo gewesen, wo einst die Königsstadt Memphis lag. Niederländische Archäologen sind dort seit 1975 unter der Leitung von Raven im Einsatz. Das Depot, in dem sie ihre Funde sicherstellen, war 1987 ausgeraubt worden.

Dabei wurde auch die Statue gestohlen. "Solche Totenfiguren sind meist aus Keramik", erklärt Raven. "Sie tragen den Namen des Toten, dem sie ins Grab gegeben wurden." In diesem Fall ging es um die Hausfrau Hener, die 1300 vor Christus lebte.

Der Käufer der Figur habe von der Galerie sein Geld zurückbekommen.

Diese hatte das Werk guten Glaubens aus einer Privatsammlung erworben.

Inzwischen befindet sich die kleine Hener im Ägytischen Museum in Kairo.

Bildunterschrift:

Uschebti, 1300 vor Christus, Grabbeigabe aus Sakkara