Ausgabe: 10 / 2008
Seite: 122
Zu krank für Job im Kulturamt?
Von Adrienne Braun
Konflikt: Neuer Ärger mit Mannheims Ex-Kunsthallenchef Lauter
Für Schlagzeilen war Rolf Lauter schon immer gut. Nachdem er 2002 die Leitung der Kunsthalle Mannheim übernommen hatte, war Ärger an der Tagesordnung:
Konflikte mit den Mitarbeitern, Defizite und überzogene Etats. Im vergangenen Jahr versetzte der Gemeinderat Lauter deshalb ins Kulturamt und hat doch wieder Ärger. Denn seither ist er nicht mehr zur Arbeit erschienen.
Sechs Monate war er krank, im Mai nahm er seinen Resturlaub für 2007 und meldete gleich noch neue Ferien an. Bevor er diese jedoch antrat, schickte er erneut eine Krankmeldung. Dass er sich trotz Krankschreibung bei bester Gesundheit befinden könnte, meint die Lokalpresse. Angeblich wurde er bei Ausstellungseröffnungen außerhalb Mannheims gesichtet. Seine frühere Wohnung habe er aufgelöst. "Wir schicken ihm alle Post per Mail", erklärt Siegfried Raatz, der Büroleiter des Oberbürgermeisters. Bisher hat die Stadt nicht von ihrem Recht Gebrauch gemacht, einen Amtsarzt einzusetzen, der Lauters Gesundheitszustand prüft, "aber wir tun alles, was beamtenrechtlich möglich", sagt Raatz.
Inzwischen sind weitere Vorwürfe gegen den Ex-Kunsthallenchef laut geworden. So hat er als Geschäftsführer der teilstädtischen Ausstellungs-GmbH ein hohes Defizit verursacht: Von rund 150 000 Euro Verlust ist die Rede, die auch daher rühren, dass bei der Schau "Full House" 2006 die Besucherzahlen unter den Erwartungen lagen. Lauter selbst will zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen. Und im Mannheimer Rathaus wartet man weiter.
"Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben."
Bildunterschrift:
Rolf Lauter vor der Mannheimer Kunsthalle, die er fünf Jahre geleitet hat
