Ausgabe: 10 / 2008
Seite: 123

Kunst zieht im Medienhafen ein

Von Michael Kohler

Eröffnung: Neue Ausstellungshalle KAI 10 in Düsseldorf

Mit kleinen Schiffen gibt sich der Düsseldorfer Medienhafen schon lange nicht mehr zufrieden.

Statt dessen dominieren die großen Architekturpötte das Revier, Frank O. Gehrys krumme Häuser etwa, David Chipperfields Bürogebäude oder das von Petzinka und Pink erbaute Stadttor.

In ihrem Gefolge zogen vor allem Medienleute und Designer an den Rhein, nun wird hier auch junge Kunst heimisch. Zwar nicht in einem der spektakulären Neubauten, sondern in einem renovierten alten Speichergebäude hat KAI 10 eröffnet - eine 691 Quadratmeter große Halle für Kunst, die dem Engagement der Unternehmerin und Sammlerin Monika Schnetkamp zu verdanken ist.

Getragen wird Kai 10 von der Arthena Foundation.

Der Ort ist bewusst gewählt: An der Kaistraße 10 sollen im Wechsel der Jahreszeiten die Schnittstellen zwischen bildender Kunst, Neuen Medien, Design und Architektur beleuchtet werden, wobei für Schnetkamp "nicht die Reputation der Künstlerausschlag gebend ist, sondern welche Perspektiven ihre Arbeiten eröffnen".

Zdenek Felix, langjähriger Leiter der Hamburger Deichtorhallen, verspricht als Kurator der ersten vier Ausstellungen einen Aufbruch zu neuen Ufern. Mit dabei sind zunächst vorwiegend deutschsprachige Künstler: Björn Dahlem lässt eine "Das Weltall" getaufte Lampenschirm-Konstruktion um zwei Glühbirnen kreisen, Heimo Zobernig wandelt mit seiner Malerei auf den Spuren der dekorativen Pop Art Robert Indianas. Schon bezugsfertig ist Marjetica Potrcs "The Lucy House Tornado Shelter", eine modernistische Hütte in Leichtbauweise.

Die Auftaktschau "No Illusions" läuft bis 7. Dezember.

Internet: www.kaistrasse10.de

Bildunterschrift:

In einem renovierten Lagerhaus im Düsseldorfer Medienhafen hat KAI 10 eröffnet