Ausgabe: 10 / 2008
Seite: 127
Moderne Möbel für die Briten
Von Hans Pietsch
London: Designboom mit neuer Möbelgalerie und Messerummel
London hat als Kunststadt eigentlich schon alles vorzuwei sen. Dennoch ist Sebastian + Barquet ein Novum. Der Ableger der bekannten, von Ramis Barquet gegründeten New Yorker Galerie gleichen Namens, der am 8. Oktober in der englischen Hauptstadt eröffnet wird, widmet sich ganz dem Design der vierziger bis sechziger Jahre. Mit der neuen Dépendance will Direktorin Helene Murphy "auch Londoner Sammlern und Innenarchitekten die Möglichkeit geben, Arbeiten von Museumsqualität zu erwerben".
Immer mehr Kunden, so fährt sie fort, "sammeln Design, so wie sie Kunst sammeln".
Die erste Schau des neuen Hauses am Bruton Place nahe der schicken Bond Street ist amerikanischen Modernisten wie George Nakashima, Paul Evans und Wendell Castle gewidmet und trägt den Titel "New Hope". Weitere Ausstellungen mit Arbeiten von Isamu Noguchi und Jean Prouvé sollen folgen.
Das Interesse an Möbelklassikern und zeitgenössischem Design ist in der britischen Kunstszene in den letzten Jahren stetig gestiegen. Bereits zum sechsten Mal fand jetzt rund um die Messe "100% Design" im Londoner Westend das London Design Festival statt - mit Designtagen im Royal College of Art und der Serpentine Gallery. Ein Highlight des Festivals war die Aktion "Size + Matter", bei der der britische Architekt David Adjaye einen temporären Wohnpavillon am Southbank Centre errichtete, der noch bis Mitte Oktober besichtigt werden kann. Dann wird er vom Auktionshaus Phillips de Pury meistbietend versteigert.
Bildunterschrift:
Zweisitz-Sofa aus Holz (1967) von Wendell Castle
