Ausgabe: 10 / 2008
Seite: 130

NACHGEFRAGT

Von

Till Rehwaldt, 43, Landschaftsarchitekt aus Dresden, nimmt am Bauboom China teil. Sein Büro plant die Innenhöfe des chinesischen Nationalmuseums in Peking im Rahmen der Museumsneu- und Umbauten von Gerkan, Marg & Partner (gmp).

Wie kam es zu diesem Auftrag?

Auf Anregung einer chinesischen Kollegin haben wir 2005 in Peking ein Büro eröffnet und arbeiten dort mit westlichen Architekten zusammen, auch mit gmp.

Ihr erster Gestaltungsvorschlag gefiel den Chinesen gar nicht?

Ja, den Experten war unsere Idee viel zu "europäisch". Sie wünschten sich doch eher einen Garten in chinesischer Tradition, und so fragten wir uns letztlich, ob wir dann eigentlich noch gebraucht würden.

Ihr jetziger Plan führt die Chinesen zu ihren Wurzeln zurück, mit klassischen Elementen der dortigen Gartenkunst ...

Einen "echten" chinesischen Garten können wir gar nicht planen, wir interpretieren deshalb traditionelle Elemente in neuer Form: Hügel, Steine, Wasser, Bäume. ... und alle sind zufrieden?

Der zweite Entwurf stieß auf Begeisterung, besonders, weil wir alte Kiefern anpflanzen wollen. Bäume, die als individuelle Charaktere geformt sind, haben in diesem Kulturkreis eine immense Bedeutung.

Wo holen Sie die denn her?

China ist groß. Wir werden sie finden.