Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 116-117
Drama auf der Upper East Side
Von Claudia Bodin
New York: Unrühmliches Ende der Salander O' Reilly Galleries
Tennisstar John McEnroe zog ebenso vor Gericht wie der Sammler Aby Rosen. Irgendwann gab es so viele Klagen von Kunden, die sich von dem New Yorker Galeristen Lawrence Salander betrogen fühlten, dass der Richter die Schließung der Salander- O' Reilly Galleries auf der Upper East Side anordnete. Die Summe von mehreren zehn Millionen Dollar schuldet Salander diversen Galerien und Geschäftspartnern, darunter das Auktions haus Sotheby's. Sogar eine Bank steckt mitten im finanziellen Schlamassel, das der Wirtschaftsnachrichtendienst "Bloomberg" die größte Katastrophe am Kunstmarkt seit dem Preisabspracheskandal der Auktionshäuser in den neunziger Jahren nannte. Einen sagenhaften Kredit von 59 Millio nen Dollar gewährte die First Republic Bank Salander und seiner Frau. Für viele Jahre hatte das Kunsthaus auf der feinen 71. Straße, das Skulpturen und Gemälde alter Meister anbot, als gute Adresse gegolten. Doch dann wurde in letzter Minute eine geplante Caravaggio- Ausstellung, mit der Salander sich sanieren wollte, abgesagt.
Es wäre immerhin seine 580. Ausstellung gewesen. Die Staatsanwaltschaft begann, gegen den Galeristen zu ermitteln und ließ sein Haus durchsuchen.
Der Kunsthändler soll sich Profite für in Kommission gegebene Arbeiten in die eige ne Tasche gesteckt und windige Geldanlage- Deals versprochen haben.
Außerdem häufte er eine abenteuerliche Summe an Mietschulden an. Salander blieb nur noch eines übrig: Die Galerie meldete Bankrott an.
Geschlossen: Sicherheitsbeamte durchsuchen Salanders Galerie
