Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 121
Revolte im Salon
Von
Spannender Einstieg in die Anfänge des Impressionismus
U m die neue Kunst machte sich sogar der Kaiser verdient. Salomonisch entschied Napoleon III. im Jahr 1863, die von der erzkonservativen Jury des Pariser Salons abgelehnten Arbeiten in einer zweiten Ausstellung zu zeigen - und sorgte so dafür, dass auch Bilder eines jungen Malers namens Edouard Manet erstmals ein größeres Publikum fanden: Die Skandal-Schau der verpönten Werke wurde, wie der kanadische Kunsthis toriker Ross King ebenso anschaulich wie faktenreich erzählt, zur Geburtsstunde des Impressionismus.
Dem bis dahin vorherrschenden akademi schen Malstil eines (damals hochgerühmten und heute fast vergessen en) Ernest Meissonier sollte die neue Kunstform bald den Garaus machen.
Und weil der Autor das Anfangskapitel der modernen Kunst auch noch kurzweilig mit der dramatischen Geschichte jener Epoche im Umbruch kombiniert, ist ihm ein Sachbuch gelungen, das sich so spannend liest wie ein Thriller. P. M.
Ross King: Zum Frühstück ins Freie.
Knaus Verlag. 544 S., 60 Abb., 24,95 Euro
