Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 110

Deutsche nur Mittelmaß

Von Kerstin Schweighfer

Statistik: Untersuchung zur Rolle der Kultur im europäischen Alltagsleben

V on wegen, große Kulturnatio n! Was kulturelle Aktivitäten betrifft, schneidet Deutschland im europäischen Vergleich nur mittelmäßig ab. Das ergab eine Untersuchung des europäischen Statistikbüros Eurostat in Luxemburg, die erstmals die Rolle der Kultur im Alltagsleben der Europäer untersucht hat. Ergebnis:

In den skandinavischen Ländern und den Beneluxstaaten sind die Bürger kulturell am aktivsten.

So werden Museen und Galerien am häufigsten von Dänen besucht. 65 Prozent der Bevölkerung gab an, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal ein Museum oder eine Galerie betreten zu haben. Auf Platz zwei liegen die Niederländer mit 62 Prozent, auf Platz drei die Luxemburger mit 54 Prozent. Die Deutschen bringen es mit 48 Prozent dagegen nur auf Platz sechs.

Die meisten Beschäftigten im kulturellen Bereich, nämlich 3,8 Prozent der Gesamterwerbsbevölkerung, können die Niederlande aufweisen. In Großbritannien sind 3,1 Prozent der Erwerbstätigen im Kultursektor tätig, in Frankreich dagegen nur zwei Prozent.

Europäisches Schlusslicht in diesem Bereich ist Rumänien mit 1,1 Prozent. Deutschland liegt mit 2,8 Prozent immerhin noch ein wenig über dem EU-Durchschnitt von 2,4 Prozent.

Auch die Rolle der Kultur als Wirtschaftsfaktor wurde in der Studie untersucht: Dabei kam heraus, dass die Briten sowohl bei weitem größter Exporteur (vor Frankreich und Österreich) als auch größter Importeur von Kunstgegenständen sind, gefolgt von Spanien und Frankreich: Immerhin wurden 2006 Kunstobjekte im Wert von fast 1,9 Milliarden Euro nach Großbritannien eingeführt, und umgekehrt verließen Werke im Wert von 3,1 Milliarden Euro die britische Insel.

Deutschland erreicht beim Ex- und Import von Kunst nur einen vierten Platz.

Grafik:

Ländervergleich

KERSTIN SCHWEIGHÖFER