Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 112

Außen alte Pracht - innen Beton

Von Ute Diehl

Museum: Pinault will 2009 sein zweites Haus in Venedig öffnen

Rechtzeitig zur Biennale 2009 will Multimilliardär François Pinault, der bereits den Palazzo Grassi am Canal Grande für seine Kunstsammlung erworben hat, sein zweites Museum für zeitgenössische Kunst in Venedig eröffnen.

Als Sitz dafür sicherte er sich per Pacht für 30 Jahre die historischen Zolllagerhallen der Punta della Dogana auf der Landspitze vis-à-vis vom Markusplatz. 30 Millionen Euro will der französische Sammler nun in den Umbau und die Sanierung der im Wasser stehenden Fundamente des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäudekomplexes, das äußerlich unverändert bleibt, investieren.

Im Innern sollen die alten Backsteinwände freigelegt werden, und als Kontrast dazu will sein Architekt Tadeo Ando einen Betonwürfel als zentralen Ausstellungsraum einbauen. Auf der 3040 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche soll dann ein Teil der über 2000 Werke umfassenden Pinault-Kollektion als Dauerausstellung, ein anderer in Wechsel schauen zu sehen sein. Im Turm auf der Spitze der dreieckigen Anlage ist ein Café geplant.

Das neue Zentrum für Gegen wartskunst wird vom Palazzo Gras si aus verwaltet, wo Pinault mit seiner Kunst präsent bleibt.

Das Museum der Punta della Dogana aber bietet dem Sammeleifer des 71-jährigen Unternehmers einen adäquaten Platz für die Zukunft.

François Pinault vor der Punta della Dogana, vis-à-vis vom Markusplatz

Als zentraler Schauraum soll ein Betonkubus in die Hallen eingebaut werden