Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 118

Mattes Weiß statt Sandfarbe

Von Claudia Bodin

Museen: Projekte von MoMA und Guggenheim

Während im Guggenheim Museum noch über die Farbe der Fassade debattiert wurde, will das Museum of Modern Art hoch hinaus. Frankreichs Architektenstar Jean Nouvel soll einen gläsernen Turm mit 75 Stockwerken errichten. Das MoMA wird drei Stockwerke mit insgesamt 3700 Quadratmetern als zusätzliche Ausstellungsfläche übernehmen.

Ansonsten sollen sich Hotelgäste und die Bewohner von Luxusapartments mit der kostbaren Kunst den Turm teilen.

Das MoMA hatte das unbebaute Grundstück neben dem Museumsgebäude für 125 Millionen Dollar (84 Millionen Euro) an den internationalen Bauinvestor Hines verkauft.

In Frank Lloyd Wrights berühmter Rotunde des Guggenheim Museum war man indessen mit anderen Problemen beschäftigt:

Risse in der Fassade wurden freigelegt, über 17 Monate unter verschiedenen Witterungseinflüssen beobachtet und repariert. Die erfreuliche Nachricht: Die Grundstruktur des Hauses ist immer noch solide. Fenster und Oberlichter müssen allerdings wegen eindringender Feuchtigkeit ausgetauscht werden. Die aufwändige Restaurierung, die mit Kosten von 29 Millionen Dollar vor zwei Jahren begann, hing eine ganze Weile an der Farbwahl fest.

Die Frage, ob es die Sandfarbe werden solle, in dem das 1959 errichtete Gebäude ursprünglich gestrichen war, oder ein gedämpftes Weiß, das den Bau seit vielen Jahren ziert, spaltete die Museumsleute und Denkmalschützer.

Jetzt entschied New Yorks Denkmalschutzkommission mit sieben zu zwei Stimmen, dass der berühmte Spiralbau in gebrochenem Weiß, eigentlich einem hellen Grau, gestrichen wird.

Geplanter MoMA-Turm von Jean Nouvel (links), Rotunde mit Anbau des Guggenheim Museum