Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 118
Für saubere Verhältnisse
Von Vladimir Esipov
Projekt: Katalog der Fälschungen in Moskau erschienen
R usslands Kunst- und Antiquitätenmarkt boomt - doch die Moskauer Behörden schätzen, dass auf dem Inlandsmarkt Tausende von gefälschten Werken kursieren. Jetzt will der Staat dagegen steuern - mit einem "Katalog der gefälschten Gemälde".
Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Behörde für Kulturerbe und Massenkommunikation und des Moskauer Geschäftsmanns Wladimir Roschtsch. Der war Anfang der neunziger Jahre selbst Opfer eines Betrugs: Damals hatte er russische Ikonen gekauft, die - so stellte sich später heraus - aus ei nem Kloster gestohlen worden waren. Roschtsch gab die Ikonen an den Besitzer zurück und engagiert sich seitdem für saubere Verhältnisse auf dem Kunstmarkt.
Mit dem Katalog der Fälschungen, von denen einige auf dunklen Wegen doch wieder in den Handel gelangt sind, sollen potenzielle Käufer für das Thema sensibilisiert werden. Den ersten Band hat Roschtsch auch verlegt und finanziert. Kurz vor dem Erscheinen (Auflage 2000, 130 Euro) hatte er eigenen Angaben zufolge anonyme Drohanrufe erhalten.
Doch er blieb standhaft. Ge plant sind fünf Bücher mit mehr als 1000 Abbildungen. Die Behörde für Kulturerbe und Massenkommunikation hat versprochen, den Katalog auch im In ternet zugänglich zu machen.
Internet: www.rsoc.ru
Original und Fälschung:
"Katalog der gefälschten Gemälde"
