Ausgabe: 01 / 2008
Seite: 6
Macht und Geld
Von
"Von Genies, einem Brathuhn und der verlorenen Zeit" - Hans-Joachim Müller spürt der Frage nach, was gute Kunst ist (12/2007)
Namen, Namen, Namen. Darf ich Ihnen sagen, dass alle Befragten keine mutigen Menschen sind? Man geht auf Nummer sicher und nennt jemanden, der in aller Welt Munde ist: Max Ernst, den lieben alten Beuys und wie sie alle heißen.
Außerdem scheint sich Ihre Befragung auf Macht, Ansehen und Geld zu beschränken. Als hätten kleinere Sammler mit weniger Budget nicht oft einen besseren Geschmack, weil Sie nach anderen Gesichtspunkten kaufen, nämlich tatsächlich nach der Qualität und nicht nach dem Namen Ausschau halten.
Teure Kunstwerke sind oft ausschließlich Prestigeobjekte für Sammler, Museen etc., nicht immer Qualitätsprodukte.
Christine Kunkler, per E-Mail
Ich bin überzeugt, es gibt heute noch Maler, Bildhauer, Architekten, die später als große Künstler entdeckt werden. Der Fluch jedoch ist, dass es in unserer Zeit, in der alles und jedes als Kunst bezeichnet wird, es schwer ist, Werke von hoher Qualität zu finden und die Spreu vom Weizen zu trennen. Selbst Paul Klee starb 1940 verfemt und vergessen.
Hans Brogni, Port, Schweiz
Die Reportage von Herrn Müller fand ich vergnüglich zu lesen. Fast wie ein kleiner Roman oder eine Novelle. Am Ende blieb trotzdem eine gewisse Ratlosigkeit: Was ist denn jetzt gute Kunst? Wahrscheinlich ist es die Quintessenz der ganzen Debatte: Die Antwort muss jeder für sich selbst finden, einen verbindlichen Kanon kann es hundert Jahre nach Beginn der Moderne nicht mehr geben. Immerhin macht ein Magazin wie art sich die Mühe, Orientierung zu bieten in der Überfülle des Kunstangebots. In diesem Sinne fand ich auch den kritischen Überblick zur aktuell erschienenen Literatur interessant und hilfreich.
Bernd Alteköster, Karlsruhe
Die Botschaft dieses art-Heftes lautet:
Wer gute Kunst erkennen will, muss ganz viel lesen! Es scheint, dass damit die Theorie endgültig über das Sehen und Schauen gesiegt hat.
Peter Krämer, per E-Mail
Titelthema der Dezember-Ausgabe von art war die Frage "Was ist gute Kunst"
