Ausgabe: 09 / 2007
Seite: 118
Samen vom Bio-Nolde
Von A B
Wie hätte Emil Nolde seine Blumen gedüngt? Hätte er sie gespritzt, damit Läuse und Schnecken ihm nicht die Motive wegfressen? Eines ist sicher: Der Maler war ein Pflanzenliebhaber. Als er 1927 nach Seebüll zog, entwarf er nicht nur sein Wohnhaus, sondern auch einen Garten, in dem er Stauden und Blumen pflanzte. Gärtner Andreas Weber, der Noldes Garten wiederherzustellen versucht, hat mit seinem Engagement nun der Kunstwelt eine Auszeichnung besonderer Art beschert: Die Nolde Stiftung Seebüll, die sich verpflichtet hat, weder synthetische Dünger noch Pestizide zum Einsatz zu bringen, ist das erste deutsche Kunstmuseum, das mit einem Bioland-Zertifikat ausgezeichnet wurde. Und weil Ökologie auch ökonomisch sein soll, will man in Seebüll mit dem Bioland-Siegel gleich noch ein bisschen Geld verdienen:
Während sich bislang viele Besucher heimlich Samenkapseln als Andenken einsteckten, sollen sie künftig regulär Pflanzen und Samen aus dem Nolde-Garten kaufen können - chemiefrei, versteht sich. A. B.
