Ausgabe: 09 / 2007
Seite: 116

Ein Berliner Traum

Von Kito Nedo

"Bundeskunsthalle": Keine Umverteilung der Gelder geplant

Als Anfang Juni das ganze Ausmaß um das unseriöse Finanzgebaren der Leitung der von Bund und Ländern gemeinschaftlich betriebenen Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (KAH) in Bonn offenbar wurde (art 7/2007), mussten der kaufmännische Geschäftsführer Wilfried Gatzweiler und der Museumsleiter Wenzel Jacob ihre Posten räumen. Mittlerweile wurde mit Christoph Vitali ein Interims-Intendant gefunden, doch intern wird man noch eine Weile damit beschäftigt sein, die Schäden zu reparieren.

Wie es mit der KAH weitergehen soll, wird in einem Bericht des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Bernd Neumann, stehen, der Anfang September dem Haushaltsausschuss des Bundestages vorliegen soll. Dass es zu einer grundlegenden Revision der mit rund 17 Millionen Euro ausgestatteten Bonner Institution kommt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Der ebenfalls in Bundesobhut befindliche Berliner Martin-Gropius-Bau etwa soll nach Auskunft des Pressereferats des BKM allerdings nicht von einer Neujustierung der KAH profitieren.

Das Berliner Haus, das sich seit seiner Übernahme in die Verwaltung des Bundes im Jahr 2001 mit rund 1,5 Millionen Euro begnügen muss, kann von diesem Geld lediglich seine Betriebskosten bestreiten. Für Ausstellungen muss sich der Museumschef Gereon Sievernich um Geld aus dem Hauptstadtkulturfonds oder der Kulturstiftung des Bundes und andere Drittmittel bemühen. Von Bonner Verhältnissen kann man in Berlin deshalb wohl auch weiterhin leider nur träumen.