Ausgabe: 09 / 2007
Seite: 90
Kopftuch mit Symbolkraft
Von Petra Bosetti
Das Von-der-Heydt-Museum zeigt politische Arbeiten des Deutschen WUPPERTAL: OLAF METZEL
Auf den ersten Blick hält man die Skulptur für einen ganz normalen Frauenakt aus Bronze. Der zweite Blick allerdings offenbart: Die Nackte trägt ein Kopftuch, für den Künstler Synonym für die Frau im Islam. "Die alltägliche Kontroverse zwischen dem islamischen und dem abendländischen Kulturkreis bricht in dieser Arbeit auf", so ein Kommentar zur Ausstellung von Olaf Metzel im Wuppertaler Von-der- Heydt-Museum. Der Künst ler selbst sagt zu dem Werk, das eines der Höhepunkte der Schau ist: "Wir haben in Deutschland das Gut der Meinungsfreiheit. Man darf sich nicht selbst beschränken." Metzel, Jahrgang 1952, Teilnehmer der Documenta 8, ist ein durch und durch politischer Künstler. So wird in der Ausstellung neben anderen Arbeiten auch sein künstlerischer Kommentar zur chinesischen Kulturrevolution zu sehen sein:
Die Arbeit "Viererbande" - das Quartett linksradikaler Führungskräfte, das maßgeblich an der mörderischen Kulturrevolution beteiligt war, wird plakativ und eindringlich durch vier bronzene Galgenstricke dargestellt.
Termin: bis 25. November.
Katalog: Kettler Verlag, 20 Euro.
Internet: www.von-der-heydt-museum.de
