Ausgabe: 09 / 2007
Seite: 125
Wie besessen
Von
verarbeitete die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo (1907 bis 1954) ihr tragisches Busunglück in ihrer Malerei. Dass sie jedoch, wie ihr nach Mexiko ausgewanderter deutscher Vater Guillermo Kahlo (1871 bis 1941), auch fotografierte, war bislang unbekannt. Die für eine Fotografie von 1929 inszenierte Unfallszene, die eine aus einer Kutsche geschleuderte Puppe zeigt, ist daher eine kleine Sensation in der Ausstellung "Schätze aus dem Blauen Haus", die anlässlich des 100. Geburtstags Kahlos bis zum 30. Oktober in der "Casa Azul", dem Familiensitz der Malerin und heutigen Museum in Mexiko-Stadt, zu sehen ist. Über 50 Zeichnungen und Objekte des Künstlerpaares Frida Kahlo und Diego Rivera (1886 bis 1957) werden hier erstmals gezeigt. Sie sind Teil eines Fundus von mehr als 34 000 Fotografi en, Skizzen und persönlichen Gegenständen, die auf Verfügung Riveras fast 50 Jahre unter Verschluss gehalten wurden.
Erst nach dem Tod seiner Nachlassverwalterin 2002 wurden die Kisten geöffnet und die Fundstücke restauriert und archiviert.
