Ausgabe: 08 / 2007
Seite: 18

Absolute Schönheit?

Von

Ein halbes Jahrtausend "Adam und Eva": Wir sprachen mit Daniel Hess vom Germanischen Nationalmuseum und Mitglied der Projektgruppe über Dürers Ideale und "Germany's next Topmodel". INTERVIEW

Feiern Sie in Dürers Geburtsstadt? Ja, und ob! Bis zum 5. August ist auf dem Hauptmarkt in Nürnberg ein Laufsteg aufgebaut, über den jeder schreiten und sich über Dürers Schönheitsideale informieren kann, die er 1507 mit "Adam und Eva" auf den Punkt gebracht hat.

Was wollen Sie damit bezwecken?

Wir wissen nicht erst seit "Germany's next Topmodel", dass Schönheit eines der großen gesellschaftlichen Themen ist.

Dürer hat schon vor 500 Jahren versucht zu er gründen, wie man sie messen kann.

Mit der Aktion wollen wir seine Aktualität möglichst vielen Menschen nahe bringen.

Was waren Dürers Ideale?

Er hat das vermessen, was die Natur geschaffen hat, daraus Normen entwickelt und vier Bücher geschrieben. Er geht von verschiedenen Typen aus, die er aber nie bewertet, sondern beschreibt.

Proportionen spielen eine wichtige Rolle, wie das Verhältnis vom Kopf zum Körper.

Ist das heute noch gültig?

Da kann sich jeder wiederfinden. Wir zeigen Dürer-Bilder neben Fotos von heutigen Models. Teilweise sehen die sich gar nicht so unähnlich ...

Gibt es denn

Um Absolutheit ging es Dürer - anders als im klassischen Ideal der italienischen Renaissance - nicht. Er fand die Schönheit im Individuum.

Internet: www.duerer.nuernberg.de