Ausgabe: 08 / 2007
Seite: 114

MELDUNGEN

Von

Gestorben Bernd Becher hat die deutsche Nachkriegsfotografie geprägt wie kaum ein anderer. Mit seiner Frau Hilla entwickelte er seit den fünfziger Jahren einen streng dokumentarischen Stil. In Schwarzweiß fotografierten die Bechers vom Verfall bedrohte Industriearchitektur, Fördertürme, Gastanks, Hochöfen - stets von einem leicht erhöhten Standpunkt, in absolut neutralem Licht. Gerade durch ihre Sachlichkeit verleihen diese Fotoserien den stummen Zeugen einer vergangenen Industrieepoche Schönheit und Würde.

Bekannte Fotokünstler wie Andreas Gursky, Thomas Ruff, Candida Höfer und Thomas Struth sind an der Düsseldorfer Akademie, wo der 1931 in Siegen geborene Becher - unterstützt von seiner Frau Hilla - viele Jahre lehrte, durch seine Schule der Präzision gegangen. Nun ist Bernd Becher im Alter von 75 Jahren in Rostock gestorben.

Luciano Fabro, der italienische Material- und Konzeptkünstler, ist tot. Er starb im Alter von 71 Jahren in Mailand. Dem aus Turin stammenden Autodidakten und dreimaligen Documenta-Teilnehmer gelang in den sechziger Jahren der Durchbruch mit seiner Skulpturengruppe "Piedi" ("Füße"), einer Hommage an die klassische Skulptur. Obwohl Fabro zur Gruppe der Arte-Povera-Künstler gehört, arbeitete er nicht mit "armen Stoffen", sondern bevorzugte Marmor und Bronze.

Harald Fricke, langjähriger Kulturredakteur und Kunstkritiker der Berliner "taz", ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Seine Texte bestachen nicht nur durch profunde Analysen, sondern auch durch das leichtfüßige Crossover von Kunst, Musik und Popkultur.