Ausgabe: 08 / 2007
Seite: 118
Von Wortbruch keine Rede
Von Hans Pietsch
Museum: Sponsor darf in der Tate Modern ausstellen
Die Tate Modern in London ist in die Kritik geraten. Drei Jahre lang sponsert die Schweizer Investmentbank UBS die jährliche Neuhängung der Sammlung. Sozusagen als Gegenleistung stellt das Institut drei Räume zur Verfügung, in denen von Tate-Kustoden ausgewählte Werke aus der Sammlung der Bank gezeigt werden. In diesem Jahr sind Zeichnungen aus dem UBSBestand zu sehen. Kritiker bemängeln, dass sich das öffentliche Museum damit zu eng an den privaten Sponsor anlehnt. art-Korrespondent sprach mit dem Ausstellungsdirektor der Tate Modern, Matthew Gale. art: Die Sponsorengelder der Schweizer Bank zur Finanzierung der jährlichen Neuhängung der Tate Modern sind sicher willkommen.
Um welche Summe handelt es sich?
Gale: Es tut mir leid, aber wir können die genaue Summe nicht veröffentlichen.
Warum haben Sie sich entschlossen, gleich drei Räume zur Verfügung zu stellen, um Arbeiten aus der UBS-Sammlung zu zeigen?
Die Tate Modern arbeitet seit langem mit Privatsammlungen wie der Sammlung Froehlich und der Schweizer Sammlung Daros zusammen, um Lücken in ihrem Bestand zu füllen. Das tut sie auch mit der UBS-Sammlung.
Tragen Sie mit diesen Präsentationen nicht dazu bei, den Wert der Privatsammlung zu erhöhen, indem Sie Teile daraus zeigen?
Die Sammlung der UBS besteht hauptsächlich aus Werken international anerkannter Künstler, die oft in den bedeutendsten Museen der Welt ausstellen.
Als die Tate Modern eröffnet wurde, sagte Direktor Sir Nicholas Serota, er werde nie Privatsammlungen ausstellen. Brechen Sie damit jetzt nicht Ihr eigenes Versprechen?
Nicholas Serota sagte damals, dass er keine vollständigen Privatsammlungen zeigen würde. Dazu stehen wir auch heute noch.
lnternet: www.tate.org.uk/modern/
