Ausgabe: 08 / 2007
Seite: 118

Kunst für alle - statt Brot für alle

Von Ute Diehl

Eröffnung I: Alte Bäckerei in Bologna zum Museum umgebaut

Brot und Bildung für alle versprach 1916 Bolognas Bürgermeister Francesco Zanardi den Einwohnern seiner Stadt. Er ließ eine riesige Bäckerei bauen, die täglich zentnerweise Brot lieferte. Nun soll hier, getreu dem zweiten Versprechen Zanardis, der geistige Hunger gestillt werden. Denn in der längst geschlossenen Brotfabrik wird künftig Kunst gesammelt und gezeigt. Für 14 Millionen Euro wurde die Bäckerei restauriert und umgebaut. 10 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in imposanten Sälen stehen dem neuen Museo d'Arte Moderna di Bologna (MAMbo) nun zur Verfügung.

Die Eröffnungsausstellung "Vertigo" präsentiert ein eindrucksvolles Kunstaufgebot: 400 Werke von frühen Futuristen bis hin zu Arbeiten von Joseph Beuys und Bill Viola werden da noch bis zum 4. November in frecher Mischung gezeigt. Weitere Wechselschauen sollen folgen, auch eine Dauerausstellung mit Werken der eigenen Sammlung. Museumschef Gianfranco Maraniello hat vorrangig ein Ziel: "Das Museum muss sich an alle wenden." Parallel zur Neuordnung der Bestände des MAMbo - vorwiegend Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert - entsteht eine neue Sammlung zu den wichtigsten Kunstrichtungen der Gegenwart.

Für die Finanzierung dieses Kraftaktes wurde die Uni- Credit Group gewonnen. Das Museum selbst, dessen Sammlung früher in einem viel zu kleinen Haus untergebracht war, wird von der Stadt, der Region und von Bankstiftungen unterhalten.

Internet: www.mambo-bologna.org