Ausgabe: 08 / 2007
Seite: 116-117
KUNST & GELD
Von
+++ Das Auktionshaus Phillips de Pury & Co. folgt dem Web-2.0-Trend: Unter www.phillips artexpert.com kann die Kunst-Community nun Kommentare abgeben, mit anderen ins Gespräch kommen und natürlich die jüngsten Angebote des Auktionshauses durchforsten. Zudem tritt Phillips- Chef Simon de Pury als virtueller Auktionator und Quizmaster in Erscheinung. Er testet das Kunst- und Auktionswissen der Webbesucher und kürt alle sechs Monate einen Gewinner, der zu einer Auktion nach London oder New York eingeladen wird. Spesen inklusive. +++ In aller Stille ging in den USA ein großer Warhol-Deal über die Bühne: Der amerikanische Hedge-Fund- Manager Steven A. Cohen hat einem Chicagoer Sammler ein Bild aus der "Turquoise Marilyn"- Serie abgekauft. 80 Millionen Dollar soll er bezahlt haben, das Geschäft wurde angeblich von dem New Yorker Kunsthändler Larry Gagosian eingefädelt. +++ New York muss um seinen Rang als wichtigster Umschlag platz für Kunst bangen.
Bei den Londoner Auktionswochen im Juni setzten Christie's und Sotheby's zusammen 446 Millionen Pfund (660 Millionen Euro) um. Bei Sotheby's brachte Damien Hirsts mit Pillen gefüllte Glasvitrine ("Lullaby Spring", 2002) 9,65 Millionen Pfund. Das Londonbild "Waterloo Bridge, temps couvert" (1904) von Claude Monet wurde bei Christie's für 17,9 Millionen Pfund ersteigert, seine ebenfalls 1904 gemalten Seerosen "Nymphéas" er zielten beim Konkurrenten Sotheby's gar 18,5 Millionen Pfund. Und Francis Bacons "Selbstbildnis" (1978) kletterte auf 21,58 Millionen Pfund - so viel wurde in Europa bei Auktionen noch nie für ein Kunstwerk gezahlt. +++ Die Kunstversicherung AXA Art gibt seit neuestem ein Kunstmagazin heraus. "Art Value", ein Gemeinschafts projekt mit dem Welther Verlag und dem Online-Service Artprice, kann kostenlos (www.axa-art.de) bezogen werden und veröffentlicht wissenschaftliche Texte zu Gemäldeforschung, Kunstraub und -investment.
