Ausgabe: 07 / 2007
Seite: 148

Kunstblogger und Onlineshopper

Von Claudia Bodin

Trend: Galerien wickeln Verkäufe immer öfter via Internet ab

Mehr und mehr Geschäfte in der Kunstwelt laufen über das Internet ab. Galerien verkaufen Arbeiten per E-Mail, bevor sie überhaupt an der Wand hängen. Die Praxis, Fotos der Werke als E-Mail-Anhang zu verschicken oder für potentielle Kunden einen besonderen Zugang zur Website einzurichten, ist zunehmend üblich. So verkaufte die Gagosian Gallery in Beverly Hills einen Großteil der neuen Installationen von Tom Friedman noch vor Ausstellungseröffnung per Mausklick für Preise von bis zu 500 000 Dollar (rund 370 000 Euro).

Auch die Auktionshäuser bauen ihre Websites aus und animieren mit ständig aktualisierten Verkaufszahlen und persönlichen Web-Konten zum Online-Shopping.

Sotheby's nimmt Wunschlisten entgegen, nach denen permanent das weltweite Inventar nach Arbeiten durchforscht wird, die man gern in seiner Privatsammlung hätte. Und Christie's hat gerade den amerikanischen Online-Marketing-Experten Michael O'Neal zum neuen "Web Channel Director" ernannt.

Traditionelle Institutionen suchen ebenso den Anschluss an das Online-Zeitalter. "Ich will die Menschen direkt erreichen. Das Internet bietet den Weg, Kunst zugänglicher zu machen", sagt Gary Vikan, Direktor des Walters Art Museum in Baltimore. Auf seinem Blog kommentiert er jede Woche Aktuelles aus der Kunstwelt (www.thewalters.org/blog).

Sogar Stararchitekt Frank O.

Gehry setzte sich an seinen Computer, um sich auf dem Kunstund Architektur-Blog des "Guardian" seinen aktuellen Kritikern zum geplanten Museum der Guggenheim-Foundation in Abu Dhabi zu stellen (http://blogs. guardian.co.uk/art)"Kann ich es schaffen?", fragte der 78-jährige und attackierte sogleich die Konkurrenz.

"So etwas wie das neue MoMA wird es nicht werden - das ist wie ein großes, glänzendes Kaufhaus."