Ausgabe: 07 / 2007
Seite: 144
Getty im China-Einsatz
Von Claudia Bodin
Denkmalschutz: Engagement für Mogao-Grotten
Das Denkmalpflege-Institut der J.-Paul-Getty-Stiftung in Los Angeles arbeitet an einem Konzept, um eine der wichtigsten Kulturstätten Chinas, die Mogao- Grotten südöstlich von Dunhuang, zu erhalten. Die Höhlen an der Seidenstraße gelten als größte Schatzkammer buddhistischer Kunst aus dem 4. bis 12. Jahrhundert.
In Zusammenarbeit mit der Dunhuang-Akademie haben USWissenschaftler Wandmalereien analysiert und konserviert. Um die aggressiven Sandverwehungen aus der Wüste Gobi abzuhalten, wurde ein Schutzsystem aus Pflanzen und Zäunen gebaut.
Schon seit 1997 war die amerikanische Kulturstiftung dabei, grundsätzliche Richtlinien zum Umgang mit dem Kulturerbe des fernöstlichen Landes in Zeiten des wachsenden Tourismus zu entwickeln.
Vor sieben Jahren wur den die so genannten "China Principles" dann vom chinesischen Kulturministerium und von der UNESCO verabschiedet. Der Einsatz für die Mogao-Grotten aber ist das erste Denkmalschutz-Projekt des Getty-Instituts in China direkt. Als nächstes will sich die Stiftung, deren Image unter anderem wegen illegaler Ankäufe aus Raubgrabungen schwer angeschlagen ist, um den Sommerpalast der Qing-Dynastie in Chengde kümmern. Erstmalig ist damit eine nichtstaatliche Organisation, noch dazu aus einem fremden Land, für die Richtlinien des Denkmalschutzes einer Nation zuständig. China hätte in Sachen Kulturpflege im Vergleich zu Europa einen späten Start gehabt, und es gebe nicht viele professionelle Entscheidungsträger im Land, kommentierte einer der Direktoren des Palastmuseums in Peking die ungewöhnliche Kooperation.
