Ausgabe: 07 / 2007
Seite: 154

NACHGEFRAGT

Von

Rainer W. Ernst, 64, Architekt und Ex- Rektor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, leitet an eben jener Hochschule den neuen Studiengang "Raumstrategien". art: Was sind Raumstrategien? Das sind alle Handlungskonzepte, die räumlich relevant sind. Das können künstlerische Interventionen sein, Dinge aus dem Molekularbereich oder auch Visualisierungsversuche globaler Entwicklungen, die man eigentlich gar nicht sehen kann.

Woher kommt der Bedarf für das neue Studienfach?

Klassische Fächer, die eine bislang bestimmte räumliche Kompetenz vermitteln, wie Architektur oder Bildhauerei, sind in den aktuellen Diskursen nicht präsent. Für Fragen, die mit der Globalisierung oder der Entdeckung der Körperinnenwelten zusammenhängen, müssen neue Strategien entwickelt werden - wir denken, da liegt ein interessantes Aufgabenfeld.

Betreiben Sie reine Theorie?

Nein. Mit Medizinern der Charité entwickeln wir zum Beispiel Projekte, die sich um die Visualisierung räumlicher Vorgänge in der menschlichen Körperzelle drehen.

Angenommen, Ihr Fach macht Schule - wie werden sich Städte verändern?

Oh, das ist ein weiter und langer Prozess.

Vielleicht können wir irgendwann besser mit der Komplexität des Raums umgehen, und das wird dann sicher Auswirkungen haben.

Internet: www.kh-berlin.de