Ausgabe: 07 / 2007
Seite: 101

Kunstpioniere am Rechner

Von Petra Bosetti

Die Kunsthalle Bremen zeigt Beispiele früher Computergrafik bis 1979 BREMEN: EX MACHINA

Computergrafik ist eigentlich ein alter Hut. Nur wenigen Insidern ist bekannt, dass diese digitale Form der Zeichnung mitnichten ein Phänomen des späten 20. Jahrhunderts ist, sondern dass die Pioniere dieses Mediums bereits in den frühen fünfziger Jahren mit den ersten verfügbaren Rechnern experimentiert haben.

Einer dieser Pioniere ist Herbert W.

Franke, der nicht nur selbst zu den Gründungsvätern der Computergrafik gehört, sondern diese auch kontinuierlich und systematisch gesammelt hat. Seine Kollektion bildet den Grundstock der Ausstellung, die den altmodischen lateinischen Titel "Ex Machina" trägt und "Frühe Computergrafik bis 1979" vereint.

Sie findet aus Anlass des 80. Geburtstags des Sammlers statt.

Computerkunst in ihrer ganzen Fülle sei bislang immer noch nicht umfassend beschrieben worden, sagen die Veranstalter von der Bremer Kunsthalle, die sich seit geraumer Zeit der Erforschung, Sammlung und Präsentation früher Computerkunst widmen. Herbert W. Franke, der über das Thema "Elektronenoptik" promoviert hat, beschäftigte sich ab 1955 mit Analoggrafik, das heißt mit der Gestaltung elektronischer Schwingungen auf dem Bildschirm eines Kathodenstrahl- Oszillografen. Bereits 1975 druckte er farbige, abstrakte Grafiken auf dem ersten in Europa verfügbaren Tintenstrahldrucker aus.

Die Ausstellung in Bremen vereint ins gesamt rund 300 Arbeiten. Es sind Werke unter anderem von Kurd Alsleben, Manuel Barbadillo, Otto Beckmann, Vera Molnar, Michael Noll und Charles A.

Csuri zu sehen, die den Weg vom analogen ins digitale Zeitalter beschreiben.

Termin: 17. Juni bis 2. September. Katalog: Rasch Verlag, 42 Euro. Internet: www.kunsthalle-bremen.de