Ausgabe: 07 / 2007
Seite: 142

Neustart zu zweit

Von Hans Pietsch

Markt: Sprüth/Magers richten Dependance in London ein

Die beiden deutschen Galeristinnen Monika Sprüth und Philomene Magers (Köln/München) betreiben seit kurzem in London eine eigene Galerie, nachdem sie zuvor vier Jahre lang mit ihrem englischen Kollegen Simon Lee in der britischen Hauptstadt zusammengearbeitet hatten. art-Korrespondent sprach mit Monika Sprüth über ihre Gründe, eine Dependance an der Grafton Street in Westminster einzurichten. art: Kürzlich trennten Sie sich von ihrem englischen Partner - machen aber zu zweit weiter?

Sprüth: Wir merkten mit der Zeit, dass wir unterschiedliche Vorstellungen von der Aufgabe einer Galerie hatten. Wir sind eine traditionelle Galerie, die behutsam Künstler aufbaut und eng mit Sammlern zusammenarbeitet. Simon Lee war mehr am Sekundärmarkt, also am Kunsthandel interessiert. Die beiden Auffassungen gingen irgendwie nicht zusammen.

Warum sind Sie trotzdem in London geblieben?

Es war eine bewusste Entscheidung für London, denn die Stadt ist nach New York der interessanteste Standort für zeitgenössische Kunst. Die besten europäischen Auktionen finden hier statt, viele Sammler kommen aus beruflichen Gründen ohnehin hierher.

London ist für uns ein echter Schwerpunkt geworden.

Ihre neue Galerie ist im West End und nicht, wie viele andere, im East End?

Die Sammler haben hier in der Innenstadt zu tun, ihre Hotels sind hier. Ins East End zu fahren ist für sie umständlich. Unsere Galerie ist allerdings auf lange Sicht ein bisschen zu klein.