Ausgabe: 07 / 2007
Seite: 150

Bomben und Streifenwagen

Von Claudia Bodin

Museum: Büchel bricht Installation in Massachusetts ab

Ein alter Öltanker, ein Kino, ein Streifenwagen, neun Schiffscontainer, ein Wohnwagen, entschärfte Bomben und ein komplettes Haus - bei der Installation von Christoph Büchels Ausstellung in einer der riesigen Hallen des Massachusetts Museum of Contemporary Art wurden keine Mühen gescheut. So waren die veranschlagten 160 000 Dollar (119 000 Euro) schnell aufgebraucht, und Büchel überschritt das Budget um das Doppelte.

Nach Meinung des Künstlers aber war die Arbeit dennoch erst halb fertig. Doch weil kein weiteres Geld für die Installation floss, legte der Schweizer die Arbeit nieder und reiste ab.

Das ist Monate her, die Eröffnung von "Training Ground for Democracy" war für Dezember 2006 geplant. Büchel, bekannt für seine mit immensem Aufwand inszenierten Raumlandschaften, wollte mit der Arbeit in Massachusetts eine imaginäre Gemeinschaft abbilden. Als Inspiration diente ihm das Hauptquartier Jassir Arafats in Ramallah, wo der 2004 gestorbene Palästinenserchef unter Hausarrest festsaß.

Nun ist die Vollendung des Mammutwerks ungewiss. Museumsdirektor Joseph C. Thompson hat sich indessen entschlossen, die halb fertige Arbeit Büchels auch ohne die Einwilligung des Künstlers zu zeigen.