Ausgabe: 06 / 2007
Seite: 129
Gläserner Sockel
Von T B
Kundige Information über das Jüdische Museum in München
Architekten, die sich mit jüdischer Kultur beschäftigten, suchen als Symbol für die Geschichte meist die zerstückelte Form. Das Architekturbüro Wandel, Hoefer, Lorch bemüht sich dagegen um Rückgewinnung von Normalität. Bei ihrem Jüdischen Zentrum in München rückt die religiöse Symbolik in den Vordergrund.
Die Synagoge wächst als gläserner Kubus mironzenetz aus einem schroffen Sockel aus rötlichem Stein - die Kombination aus Salomos Tempel und dem Stiftszelt, das in der Wüste die Bundeslade beherbergte, setzt den Akzent auf die Urgeschichte.
Die Geschichte der Juden in München wird im Jüdischen Museum behandelt, das in schlichter Form die Verhältnis se umkehrt: ein steinerner Block liegt schwer auf einem gläsernen Sockel. Ausstellung und Architektur des am 22. März eröffneten Baus stellt der Band von Jutta Fleckenstein und Bernhard Purin detailliert und kundig vor. T. B.
Jutta Fleckenstein, Bernhard Purin:
Jüdisches Museum München.
Prestel Verlag. 96 S., 100 Abb., Text in Deutsch und Englisch,12,95 Euro
