Ausgabe: 06 / 2007
Seite: 124
Feintuning vor dem Abschied
Von Gerhard Mack
Basel: 38. "Art" wird die Krönung von Sam Kellers Amtszeit
Der Figaro in Paris nannte die "Art Basel" vom letzten Sommer einen "succès planétaire". Wie kann man einen "globalen Erfolg" noch toppen? Dazu im Megakunstsommer 2007? Sollte man nicht lieber alles so belassen, damit nichts schlechter wird? Die Latte liegt hoch für die anerkannt beste Kunstmesse der Welt, die am 13. Juni startet.
Messedirektor Samuel Keller ist kein Hasardeur, er möchte seinen letzten Auftritt als Messechef aber auch nicht als bequeme Reprise absolvieren, bevor er zur Fondation Beyeler wechselt. Zwar wird er der Messe als "Präsident auf einem strategischen Niveau" verbunden bleiben, und man darf diese Verlautbarung an die Aussteller so verstehen, dass Keller der Strippenzieher im Hintergrund bleibt.
Was gut ist, wird bewahrt, was vielversprechend begonnen hat, verstärkt. Etwas mehr als 300 Galerien aus allen Kontinenten werden Werke von über 2000 Künstlerinnen und Künstlern ausstellen.
Gut 20 Händler wurden erstmals aus der Masse von 800 Bewerbern zugelassen. Die Halle für Großformatiges, "Art Unlimited", öffnet für über 60 Werke bereits mit einer Vorpremiere am 11. Juni ihre Tore. Auf dem Messeplatz werden Werke von Paul McCarthy und Tadashi Kawamata präsentiert.
Und die Sonderausstellung "Artist Records" reagiert auf das Medienbewusstsein vieler Künstler.
In dem seit zehn Jahren erfolgreichen Sektor "Art Statements", in dem Galerien junge Künstler zeigen, dürfen sich neu 26 Erwählte um einen der beiden Kunstpreise der Baloise-Versicherung bewerben. Der im vergangenen Jahr erfolgreich lancierte Sektor "Art Premiere" wird von zwölf auf 16 Galerien erweitert und auf ein Thema fokussiert: Statt einzelne Positionen zu präsentieren wie in den "Art Statements" lassen die ausgewählten Galerien Künstler verschiedener Generationen und Haltungen miteinander in Dialog treten. So trifft Daniel Buren auf den jungen Algerier Adel Abdessemed.
Um die Energie dieser Zweikämpfe nicht in einem Sektor implodieren zu lassen, werden sie im Obergeschoss der großen Messehalle verteilt.
Neu hat die Messe für drei Jahre eine Zusammenarbeit mit dem Theater Basel vereinbart. Den Auftakt von "Art on Stage" macht Rirkrit Tiravanija mit einer Performance auf der großen Bühne.
Auf der fühlt sich die "Art Basel" ohnehin am wohlsten.
Internet: www.ArtBasel.com
