Ausgabe: 06 / 2007
Seite: 131

Eine Kapelle für Mutters "Lieblingsheiligen"

Von

Peter Zumthor, 64, international gefragter Architekt, zeigte sich großzügig: Vor neun Jahren fragte der Landwirt Hermann-Josef Scheidtweiler aus Wachendorf in der Eifel bei dem Schweizer Baumeister an, ob dieser für ihn "ein Plänchen für ein kleines Kapellchen" zu Ehren des Schweizer Eremiten Nikolaus von Flüe (1417 bis 1487) zeichnen könne.

Zumthor überlegte lange, verwies auch darauf, dass seine Dienste sehr teuer seien. Doch weil Bruder Klaus der "Lieblingsheilige" seiner Mutter gewesen sei, versprach er schließlich "etwas Schönes zu entwerfen". Seit kurzem steht nun neben einem Acker Scheidtweilers ein zwölf Meter hoher, aus 23 Betonschichten geformter fünfeckiger Turm mit dreieckiger Tür. Immer wieder hatte Zumthor die Pläne für die Kapelle verändert und bis zum Schluss beim Bau selbst Hand angelegt - ganz ohne Honorar.