Ausgabe: 05 / 2007
Seite: 83

Vom Grau zurück zur Farbe

Von Petra Bosetti

Das Kunstmuseum zeigt eine völlig neue Werkphase des Malers CELLE: BEN WILLIKENS

Wenn es im Kunstbetrieb eine Konstante gegeben hat, dann diese: Der Maler Ben Willikens malt seit Jahrzehnten strenge, lichte, menschenleere Räume in Weiß und allen sensiblen Abstufungen der Grau-Skala. Ganz selten gestattete er sich ein paar kleine farbige Elemente. Jetzt aber kommt frappierende Kunde aus dem niedersächsischen Celle: Willikens führe "nach Jahrzehnten der Abstinenz erstmals wieder Farbe in seine Gemälde ein".

Der Maler, Jahrgang 1939, hält aber eine noch größere Überraschung bereit:

In "Raum 396 (Atelier-Fenster)" von 2006 fällt der Blick durch zwei hintereinander liegende Fenstergevierte auf einen grün bewaldeten Horizont. Der ist zwar nur stilisiert, aber Naturelemente in Willikens Malerei - das ist ein Novum. Der Betrachter kann auf der Fensterbank sogar Malutensilien erkennen. Die Ausstellung im Kunstmuseum Celle, das durch die Sammlung Robert Simon einen gewichtigen Bestand an Arbeiten von Ben Willikens besitzt, vereint diese neuen Arbeiten mit den Klassikern des Malers, den grauen, stillen Räumen mit ihren faszinierenden Perspektiven.

Termin: 29. April bis 15. Juli. Literatur: Ben Willikens.

Gegenräume. Cantz Verlag, 30 Euro, nur im Museum.

Internet: www.kunst.celle.de