Ausgabe: 05 / 2007
Seite: 121

Verbotene Schnappschüsse

Von Claudia Bodin

Projekt: Website mit Handy-Fotos von MoMA-Besuchern

Museen sind digitalen Kameras und Handys hilflos ausgeliefert. "Keine Fotos" lautet zwar in aller Regel die Anweisung, doch zu kontrollieren sind winzige Kameras und Handys mit Fotofunktion kaum. Offiziell geht es bei dem Fotografierverbot um Urheberrechte. Kritiker scherzen je doch, dass die Institutionen fürchten, der Absatz ihrer Kunstpostkarten im Museumsshop könne leiden, wenn Besucher ihre Lieblingswerke selbst aufnehmen.

Sie tun es, trotz des Verbotes, und besonders gern im berühmten New Yorker Museum of Modern Art (MoMA).

Deshalb beschlossen die Brüder Travis und Brady Hammond aus dieser Lust am verbotenen Fotografieren ein Kunstprojekt zu machen: "iMoMA" ("Impressions of MoMA") hat den ehrgeizigen Plan, zu jedem einzelnen MoMA-Exponat eine Website mit Aufnahmen der Museumsbesucher zu kreieren. Die Fotos zeigen Arbeiten wie Claude Monets berühmte Seerosen oder Andy Warhols Campbells-Suppendosen, aber auch den von Yoshio Taniguchi entworfenen Treppenaufgang aus allen nur erdenklichen Blickwinkeln. Bisher wurden bereits 13 000 Aufnahmen bei gesteuert.

"Das Ergebnis ist eine Persiflage, die den Betrachter dazu auffordert, seine Beziehung zu dem Kunstwerk kritisch zu sehen", so die Initiatoren, die hoffen, dass das MoMA ihr Projekt auf seiner offiziellen Website würdigt.

Internet: www.iaxb.com/ themomaproject.html