Ausgabe: 05 / 2007
Seite: 121

Raus aus den Lagerhallen

Von Claudia Bodin

Bau-Boom: New Yorks Museen und Galerien geben für Neubauten Millionen aus

Wer im New Yorker Kulturbetrieb etwas auf sich hält, baut derzeit, was die Dollar hergeben. Kunst- und Kulturinstitutionen geben Millionen für neue schicke Gebäude oder aufwändige Renovierungen aus. Sei es, um ihr Image aufzupolieren oder um Platz für die wachsenden Sammlungen zu schaffen.

Mehr als 60 Projekte sind in Planung, in Arbeit oder wurden kürzlich fertiggestellt: vom Museum of the Moving Image in Queens (entworfen vom deutschen Architekten Thomas Leeser) über das New Museum of Contemporary Art in Downtown Manhattan nach Entwürfen von SANAA (art 11/2006) bis zur Morgan Library auf der Madison Avenue und der geplanten Erweiterung des Whitney Museum (beide von Renzo Piano). Allein 52 der Bauvorhaben bringen es auf Kosten von insgesamt 2,8 Milliarden Dollar.

Etwas Unverwechselbares, Innovatives, das bei der Öffentlichkeit einen bleibenden Eindruck hinterlässt, wollte zum Beispiel die Leitung des New Museum of Contemporary Art schaffen. Denn nicht alle Institute konzentrieren sich allein auf den kommerziellen Erfolg. "Wir bauen nicht, um später höhere Eintrittspreise verlangen zu können", stellt Direktorin Lisa Phillips mit einem Seitenhieb auf das Museum of Modern Art klar.

Der New Yorker Bau-Boom hat längst auch Chelseas Galerienszene infiziert. Schon ist von den neuen Mega-Galerien die Rede, die auf Grund der florierenden Kunstgeschäfte ihre Positionen ausbauen - und den Markt weiter anheizen, indem sie noch mehr Künstler präsentieren. Führend sind Larry Gagosian, der sich seinen dritten Ausstellungsraum in New York zulegte, und der deutsche Galerist David Zwirner, der seine Räumlichkeiten in Chelsea verdreifachte, weil er acht zusätzliche Künstler an Bord nahm.

Kollegin Marianne Boesky baute gleich neu (Entwurf von Deborah Berke): "Die Zeiten der alten Lagerhallen sind vorbei. Die Galerien stehen unter Druck, sich architektonisch zu verbessern."