Ausgabe: 05 / 2007
Seite: 120
Francesco Mola in der Garage?
Von Claudia Bodin
Erbschaft: Werk eines Barockmeisters in USA entdeckt
Monatelang lagerte das gute alte Erbstück unbeachtet in der Garage: ein Ölgemälde, das früher einmal über dem Sofa der in Pisa lebenden Großmutter gehangen hatte. Das Bild zeigt einen Lehrer, der offenbar seinem Schüler etwas erklärt. Als die Frau starb, wurde ihre gesamte Habe in die USA verschifft, wo das Gemälde schließlich bei der Enkeltochter in Kalifornien landete.
In der Hoffnung, das Studiengeld für ihre Tochter etwas aufbessern zu können, entschloss die se sich, das Gemälde von Oma bei einer Auktion in Oakland versteigern zu las sen. Zu ihrer großen Überraschung brachte das Werk stolze 600 000 Dollar (rund 450 000 Euro) ein. Die völlig verdutzte Familie, die aufgrund des plötzlichen Geldsegens anonym bleiben will, war online Zeuge, wie sich europäische und amerikanische Interessenten bei der Versteigerung überboten. Ein Kunsthändler aus New York er hielt schließlich den Zuschlag.
Grund für den unerwartet hohen Preis: Gleich mehrere Fachleute sind der Meinung, dass es sich bei dem unsignierten Gemälde, das keinen Titel trägt, um ein Werk des italienischen Barockmalers Pier Francesco Mola (1612 bis 1666) handelt.
