Ausgabe: 05 / 2007
Seite: 114

Smaragdgrüner Blickfang

Von Gerhard Mack

Architektur: Mehr Platz für das Zürcher Museum Rietberg

Kannon lächelt. Der Buddha, der das göttliche Mitgefühl verkörpert, fühlt sich bestens empfangen. Das ganze zweite Untergeschoss steht ihm für seinen Besuch im Zürcher Museum Rietberg zur Verfügung. Das Institut, das weltweit eine der wichtigsten Sammlungen außereuropäischer Kunst beherbergt, eröffnete mit einer Schau selten gezeigter Kannon- Darstellungen und Skulpturen aus Japan und New York seinen Erweiterungsbau.

Die historische Villa Wesendonck im Rieterpark war viel zu klein geworden für Sammlung und Ausstellungen. Für 46 Millionen Franken (28,4 Millionen Euro) erweiterten die Architekten Adolf Krischanitz (Wien) und Alfred Grazioli (Berlin) die Fläche auf rund 6200 Quadratmeter, indem sie in die Tiefe gingen und auch den Raum unter dem alten, vor einen Hang gebauten Herrenhaus erschlossen. Und sie gaben dem Museum einen Auftritt, der dem Kaliber seiner Sammlungen entspricht: Hinter der Villa wurde ein smaragdgrün schimmernder Glaspavillon vor den Hang gesetzt - ein Blickfang, der nach außen dem neuen Ensemble einen Platz schafft, nach innen zum Haupteingang mit Kasse und Shop führt. Eine mit Holzgitter gefasste Treppe führt zu den beiden neuen Untergeschossen, welche die gesamte Fläche unter dem Pavillon, dem Platz und dem Altbau einnehmen.

Die mit robustem Stirnholzparkett, Lichtdecken und Punktstrahlern ausgestatteten Schauräume sind in verschiedenen Farben gestrichen. Während für die ständige Sammlung im ersten Untergeschoss eine Suite kleiner Räume gewählt wurde, die von Kostbarkeiten aus China über Japan bis nach Afrika führt, durfte sich einen Stock tiefer Kannon im großen offenen Raum für Sonderausstellungen entfalten.