Ausgabe: 05 / 2007
Seite: 114
Adoptiveltern gesucht
Von Ute Diehl
Projekt: Ungewöhnliche Künstler-Förderung auf italienische Art
Viele Künstler in Italien haben es schwer: Sie erhalten kaum institutionelle Förderung. Es mangelt im Land an Kunstvereinen, in denen auch junge Talente eine Auftrittschance haben, und es fehlen Stipendien. Stanislao Di Giugno, Stefania Galegati, Marco Raparelli und Alessandro Sarra - allesamt selbst Künstler - haben deshalb ein Projekt ins Leben gerufen, das ihren Kollegen und Kolleginnen das Künstlerdasein erleichtern soll: Im Internet können Bürger zum Tagessatz von elf Euro ein Jahr lang einen Künstler "adoptieren".
Bisher wurden 31 Kandidaten für das Projekt zugelassen, darunter durchaus prominente Vertreter wie der in Italien lebende albanische Künstler Adrian Paci, 38, und der Mailänder Christian Frosi, 34. Denn mitmachen darf nur, wer gewisse Qualitätsansprüche erfüllt, über die das vierköpfige Leitungsteam des Projekts streng wacht.
Die Künstler stellen sich interessierten "Adoptiveltern" im Netz mit einer Auswahl ihrer Arbeiten vor. Sind sie dann für ein Jahr "adoptiert", sollen sie ihre Förderer regelmäßig über ihre künstlerische Entwicklung informieren.
Die "Adoptiveltern" können auf Wunsch auch anonym bleiben.
Eine persönliche Begegnung zwischen den Schützlingen und den Eltern auf Zeit findet aber nur statt, wenn der oder die "Adoptierte" dies ausdrücklich will.
Internet: www.adottaunartista.org
