Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 134

Abkassiert

Von Claudia Bodin

Museen: Bonus-Zahlungen an MoMA-Chef sorgen für Wirbel

Es verwundert nicht weiter, dass er unter den Topverdienern von Amerikas Museumsdirektoren den ersten Platz einnimmt. Schließlich leitet Glenn D. Lowry das Museum of Modern Art - und das in New York, der Stadt, die als Inbegriff von Macht und Geld gilt. Doch als herauskam, dass Lowry zusätzlich zu seinem stolzen Jahresgehalt, das inklusive Extra-Vergünstigungen 2005 bei 1,28 Millionen Dollar (rund 970 000 Euro) lag, von einer Kulturstiftung auch noch millionenschwere Geldgeschenke kassierte, waren sogar die New Yorker entrüstet. Zwischen den Jahren 1995 und 2003 zahlte ihm der New York Fine Arts Support Trust 5,35 Millionen Dollar als Bonushonorar.

Weil diese Gelder unter "karitativen Beiträgen" verbucht wurden, hatte die Staatsanwaltschaft Ende 2006 die Zahlungen des Trust an den 52-jährigen Mo MAChef überprüft und für legitim befunden. Die Stiftung, in der reiche Gönner des MoMA wie Ronald S. Lauder und Agnes Gund das Sagen haben, wollte offenbar mit den Bonuszahlungen an Lowry, dem ehemaligen Leiter der Art Gallery of Ontario in Toronto, den Wechsel nach New York nachhaltig schmackhaft machen.

Zu Lowrys Amtsantritt 1995 kam das MoMA zudem für die Anzahlung einer Eigentumswohnung auf, und der Trust übernahm die Ratenzahlungen. Er kaufte Lowry dann 1999 das Apartment ab, um es wieder dem MoMA zu vermachen.

1,3 Millionen Dollar Profit machte Lowry bei diesem Deal.

2004 zog er in eine Wohnung im Museumsturm, miet frei natürlich.