Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 135

Knallrote Zunge

Von Almuth Spiegler

Sammlung: Österreichische Bank fördert Ost-Künstler

Die wahlkämpfenden serbischen Politiker mussten Anfang dieses Jahres auf Belgrads Plakatflächen mit einem un gewöhnlichen Konkurrenten um die Aufmerksamkeit der Bürger wetteifern: Denn zwischen den werbenden Konterfeis der Politprominenz tauchte immer wieder das Porträt eines Mannes auf, der seine herausstreckt.

Es war der in Kroatien lebende Künstler Mladen Stilinovic´, der sich hier frech dazwischen geschaltet hatte - mithilfe der österreichischen "Erste Bank", die in der serbischen Hauptstadt nicht nur um Kunden wirbt, sondern im Museum für zeitgenössische Kunst auch ihre Sammlung präsentierte. Diese öffentliche Aktion zeigt den Ehrgeiz des Unternehmens, das seit 2004 nicht nur Kunstwerke anhäuft: Unter dem Namen "Kontakt" werden in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, in denen die Bank vertreten ist, einerseits Künstler und Projekte unterstützt, wie auch Werke aus den sechziger Jahren bis heute angekauft.

Dadurch soll der osteuropäischen Kunst ein angemessener Platz in der bislang vom Westen dominierten neueren Kunstgeschichte gesichert werden. Bisher sind 40 Künstler, darunter Natalia Lach- Lachowicz, Edward Krasinski sowie Cezary Bodzianowski, mit 600 Arbeiten in der Sammlung vertreten.

Ausgestellt wird bereits kräftig:

Startschuss war 2006 im Wiener Museum moderner Kunst, wobei ein zweiter Teil der Bank-Sammlung parallel dazu im nahen slowakischen Bratislava gezeigt wurde.

In gestraffter Variante reiste diese Schau Anfang 2007 nach Belgrad. Internet: www.kontakt-collection.net