Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 133

Optimistische Stimmung

Von Elisabeth Guth

Messen I: "Arco" in Madrid zieht wieder große Galerien an

Die Aufbruchstimmung war von der ersten Stunde an zu spüren und bestimmte unverkennbar das Geschehen auf der Madrider Kunstmesse "Arco". Was sie ausgelöst hatte, blieb nebulös. Der Wechsel in der Messeleitung mit der daran vermutlich geknüpften Erwartung einschneiden der Veränderungen kann es kaum gewesen sein. Denn die neue Direktorin, die aus dem baskischen San Sebastián stammende Kunsthistorikerin Lourdes Fernández, bezeichnete wiederholt die diesjährige "Arco" als "Übergangsmesse".

Umstrukturierungen will sie erst an den für 2008 geplanten Umzug in größere und komfortablere Hallen koppeln.

Aber einige Weichen hat sie dennoch bereits gestellt, um ihre Vorstellung von einer Plattform für die Galeristen und damit für den Vorrang von Kommerz und die Förderung des spanischen Kunstmarkts zu verwirklichen.

Dazu gehört die Pflegeprospektiver Sammler großer Arbeiten aus Kreisen vorzugsweise privater Unternehmen und Einzelpersonen.

Ihnen wurden nicht nur VIP-Räume für Verhandlungen und Gespräche mit Galeristen reserviert, sondern auch mehr Zeit und Muße für exklusive Kojenbesuche.

40 000 "Professionelle" - 200 eingeladene Sammler und viele weitere mögliche Investoren, dazu Journalisten, Künstler, Kritiker und Kuratoren - konnten so zweieinhalb Tage lang unbehelligt von Besuchermassen schnuppern.

Diese stellten sich trotz ihrer um einen ganzen Tag geschmälerten Zulassung in der für "Arco" typischen Stärke ein. Insgesamt blieb es mit 190 000 Besuchern bei der Rekordmarke des Vorjahres.

Die 187 Aussteller aus Europa und Übersee, sowie die 84 heimischen Galerien zeigten vorwiegend Arbeiten lebender Künstler. Besonderes Gastland der Messe war diesmal Südkorea. Picasso und die Klassische Moderne waren die Sache weniger Spezialisten wie Jan Krugier. Für Optimismus sorgte auch die Wiederbegegnung mit Großen der Szene wie der New Yorker Galerie Pace Wildenstein, der Londoner Lisson Gallery und Thaddaeus Ropac aus Paris. Am Ende sah man durchweg zufriedene Gesichter bei guten Umsätzen, die nach Schätzung der Messeleitung um 15 Prozent höher lagen als im letzten Jahr.