Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 94

Wille zum Ereignishaften

Von Manfred Schwarz

Zehn Tage lang beleben Performances und Klanginstallationen den Kunstverein DÜSSELDORF: STÄDTISCHE BÜHNE - TEMPORÄRE INTERVENTIONEN

Ein schönes Zusamentreffen bietet Düsseldorfs Kunstgeschehen im Frühjahr: Erst blickt die Kunsthalle auf die legendäre Ausstellungsreihe "Between" (um 1970) zurück, bei der Umbauphasen zwischen Wechselausstellungen für zusätzliche experimentelle Kurzausstellungen genutzt wurden. Jetzt stellt der Kunstverein unter dem Titel "Städtische Bühne" einen neuen Programmzyklus vor, der nahtlos an diesen Willen zum Ereignishaften anzuschließen scheint.

Mag Vanessa Joan Müller bei der Konzeption auch nicht unbedingt an das damals bahnbrechende Spektakel gedacht haben, ist die Geistesverwandtschaft beider Projekte jedoch augenfällig.

Zehn Tage lang sollen sich die Ausstellungsräume, so die neue Direktorin, in eine "performative und bühnenartige Situation" verwandeln, wo der Entstehungsprozess der Kunst ins Blickfeld rückt: kultischer Ritus statt Bilderkult. Installationen von Jochen Weber oder André Niebur sollen als "Bühnenbilder" das ganze Geschehen rahmen; zu den abendlichen "Vorstellungen" wird etwa eine Per formance von Angela Fette und die Uraufführung einer Klangskulptur von Christian Jendreiko gehören.

Termin: 15. bis 25. April.

Internet: www.kunstverein-duesseldorf.de/