Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 131

Das Magische

Von Kerstin Schweighfer

Schenkung: Panamarenkos Haus bald Kulturzentrum

Gut 33 Jahre seien genug, befand der belgische Künstler Panamarenko: "Außerdem steht ja doch nur Gerümpel drin." Deshalb hat der 66-jährige Exzentriker, der mit riesigen Zeppelinen, U-Booten und fliegen den Teppichen weltweit für Furore sorgte, sein Haus und Atelier in der Antwerpener Biekorfstraat der flämischen Gemeinschaft geschenkt.

"Es passiert nicht jeden Tag, dass uns ein Künstler so viel Vertrauen entgegenbringt", freut sich der flämische Kultusminister Bert Anciaux. Das Museum für zeitgenössische Kunst (MuHKA) in Antwerpen und das Panamarenko- Kollektiv, das die Interessen des Künstlers vertritt, sollen daraus bis 2009 ein Kulturzentrum machen.

Das grasgrüne Eckhaus mit seinem seltsamen Glaserker ist ebenso ungewöhnlich wie sein Bewohner, der hier von 1970 bis 2003 zusammen mit seiner inzwischen gestorbenen Mutter lebte und arbeitete. Nachdem Henri van Herwegen, so der bürgerliche Name des Künstlers, 2003 die damals 29 Jahre alte Eveline Hoorens geheiratet hatte, zog er um. 2005 schickte Panamarenko sich selbst in den Ruhestand und nahm zwecks Hausschenkung Kontakt auf mit Minister Anciaux.

Die einzige Bedingung, die er stellte: Sein ehemaliges Zuhause durfte alles werden, bloß kein herkömmliches Museum.

"Eine schönere Herausforderung kann man sich nicht vorstellen", schwärmt MuHKA-Direktor Bart de Baere und verspricht: "Wir werden versuchen, zu bewahren."

KERSTIN SCHWEIGHÖFER