Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 130
Wenn ein öffentliches Institut...
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Wenn ein öffentliches Institut fünf Millionen Pfund (7,4 Millionen Euro) auftreiben will, um ein Kunstwerk zu kaufen, muss es sich etwas einfallen lassen, und auch kleine Beträge zählen. Deshalb unterteilte die Londoner Tate Gallery William Turners Aquarell "Der blaue Rigi" von 1842 (rechts oben) fürs Internet in 60 000 winzige Quadrate und verkaufte diese symbolisch über das Netz für fünf Pfund pro Stück - das ergab schon mal 300 000 Pfund. Real sah das so aus: Auf dem Bildschirm erschien das Aquarell, der Käufer klickte einen Ausschnitt an, den er dann als in kleine Rechtecke eingeteilte Fläche sah (links oben).
Jetzt musste er die Quadrate, die er erwerben wollte, nur noch anklicken und per Kreditkarte zahlen. Britische Künstler wie David Hockney und Rachel Whiteread zählten zu den Ersten, die bei dieser Rettungsaktion mitmachten. "Der blaue Rigi" ist eines von drei Aquarellen des englischen Romantikers, das den Berg Rigi über dem Vierwaldstätter See zeigt.
Das Blatt war 2006 bei Christie's in London einem Amerikaner für 5,9 Millionen Pfund zugeschlagen worden. Die Tate Gallery bekundete ihr Interesse an dem Bild, und so erließ die zuständige Behörde ein vorläufiges Ausfuhrverbot. Zwei Millionen Pfund stellte das Institut zur Verfügung, der britische Art Fund steuerte 500 000 Pfund bei, der Rest für den Ankauf kam durch weitere, teils großzügige Spenden zusammen.
