Ausgabe: 04 / 2007
Seite: 102
Planet der Affen
Von Markus Clauer
MANNHEIM: MY VISION
Abschied von der Utopie - junge Künstler zeigen sich desillusioniert. Die Schau "My Vision. Ideen für eine Welt von morgen" will sich mit Zukunftsentwürfen in der zeitgenössischen Kunst beschäftigen. 19 Künstler sind dabei. Warren Neidich ist dem Museum zum Auftakt aufs Dach gestiegen: "Planet der Affen" steht dort als programmatische Neon-Überschrift. Doch statt sciencefictionhaftem Utopismus herrscht ein Grundton der Desillusionierung.
Kein positives Zeichen weit und breit. Der deutsche Fotograf Marc Räder zeigt Militärschrott am Strand von Tijuana: Auf der Idylle lastet der Müll der Vergangenheit. Nicht viel optimistischer die Videoarbeit des kenianischdeutschen Duos Ingrid Mwangi und Robert Hutter: Robert Hutter lässt sich dort von einem Kenianer Linien in den Rücken tätowieren. Ein schwarzer Mann als Quälgeist eines weißen Dulders: keine Aufhebung, sondern nur die Umkehrung der Herrschaftsverhältnisse - eine düstere Zukunftsvision. Termin: bis 15. April. Katalog: Kehrer Verlag, 19,80 Euro. Internet: www.rem-mannheim.de, www.my-vision.eu
