Ausgabe: 03 / 2007
Seite: 126
Spezialisten für "Art Beat"
Von Hans Pietsch
Projekt I: Londoner Fahnder setzen auf Kunstexperten
Ganze vier Vollzeit-Detektive zählt das Kunstdezernat der Londoner Polizei, nun droht dem kleinen Team das Aus. Falls der Etat des Dezernats nicht bis 2008 zu 50 Prozent eigenfinanziert werden kann, soll es aufgelöst werden.
So wollen es die Finanzleute in der Zentrale. Doch eine ungewisse Zukunft macht findig. Die vier Kunstfahnder heckten einen Plan aus, dem sie einen zündenden Namen gaben: "Art Beat".
Sie wollen Experten, Kunsthistoriker, Mitarbeiter von Museen und Galerien zu "Special Constables" ausbilden, die entweder 200 Stunden im Jahr oder alle zwei Wochen einen Tag für die Kunstfahndung Dienst tun und Informationen sammeln.
"Das Ziel ist, Brücken zu bauen zwischen der Polizei und der Welt der Kunst", sagt Detective Sergeant Vernon Rapley. Sein Dezernat erhalte bislang nicht genügend Informationen aus der Kunstszene, um immer schnell und auch erfolgreich arbeiten zu können.
Bisher konnten bereits einige Archäologen angeworben werden, die nach einer vierwöchigen Ausbildung sich beispielsweise auf den Londoner Antiquitätenmärkten umtun sollen. Die Polizei hofft, bald 14 solcher Constables ausgebildet zu haben. Da diese freiwilligen Kunstdetektive für ihren Dienst von ihrem Arbeitgeber bei vollem Gehalt freigestellt werden sollen, bekäme die Polizei kostenlos Mitarbeiter und wertvolle Informationen. Das wiederum, so die große Hoffnung der Fahnder, könnte manche herkömmliche Ermittlung überflüssig machen und somit Geld sparen.
