Ausgabe: 03 / 2007
Seite: 18-25

Gut in Form im hohen Norden

Von Clemens Bomsdorf

Schlicht, praktisch und naturverbunden - so kennt man skandinavisches Design. Eine neue Designer-Generation entwirft mit mehr Witz und Innovation und mischt so die Szene auf

Es ist, als hätten sie sich abgesprochen. Gefragt, was an ihren Entwürfen typisch skandinavisch sei, zucken junge nordeuropäische Gestalter nur mit den Schultern. "Das ist mir einfach egal", sagt der Finne Ilkka Suppanen und Espen Voll von Norway Says meint:

"Wir verstehen uns selber als Designer in Norwegen mit internationaler Orientierung." Deren Heimatländer und die dortigen Hersteller hingegen übertreffen sich gegenseitig mit ihren Bemühungen, ihr Image als Designnation aufzufrischen und in Geld zu verwandeln.

Sie wollen ihr so genanntes "nation branding" verbessern und den Export von Designgegenständen und anderen Produkten steigern. Dänemark hat mit "Index" vor zwei Jahren den weltweit höchstdotierten Designpreis ausgelobt - das Land vergibt nun regelmäßig eine halbe Million Euro für gefällige Entwürfe. Schweden plant in bester Lage von Stockholm ein neues Formmuseum. In Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden war das Jahr 2005 "designår" (Designjahr) und kurz nach der Jahrhundertwende schickten die vier Länder gemeinsam mit Island die Ausstellung "Scandinavian Design Beyond The Myth" in Europa auf Tournee; Station in Deutschland war damals das Kunstgewerbemuseum in Berlin.

Besonders schwierig ist dieses Marketing nicht, denn skandinavisches Design wird weltweit mit klaren Attributen verbunden: Es gilt als schlicht und praktisch, naturverbunden und hochwertig. Die meisten Objekte zeichnet klare Linienführung aus, Schnörkel oder Applikationen, die nicht der Funktion des Objekts dienen, sind die Ausnahme. Meist sind die Entwürfe von einer Grundform dominiert - Thermoskannen sehen dann aus wie ein Rohr mit Henkel, und Sessel bekommen ihrer Form wegen den Namen "Ei". Seit jeher kommt vor allem das im Überfluss vorhandene heimische Holz zum Einsatz, aber auch Keramik und Textilien spielen eine große Rolle.

Die Eigenschaften des Designs hängen zusammen mit klimatischen Bedingungen in Nordeuropa: Der Sommer ist im Norden stets kurz, der Winter lang, und auch im Frühjahr und Herbst ist es oft zu dunkel und zu kalt, um sich länger draußen aufzuhalten.

So bildet das eigene Wohnzimmer seit jeher viel mehr als etwa in Italien oder Lateinamerika den Lebensmittelpunkt.

"Die schöne Gestaltung von Haushaltsgegenständen und Möbeln hat deshalb eine lange Tradition", sagt Christian Holmsted Olesen, Kurator für Design des 20. Jahrhunderts am Kunstindustriemuseum in Kopenhagen.

Auch die sozialdemokratische Prägung spielt eine Rolle. Aus ideologischen Gründen und weil die Einkommen in Nordeuropa sehr gleich verteilt sind, spezialisierten sich die Designer früh auf solide Produkte für die Masse statt auf teure Entwürfe für die Elite - Ikea ist nur das berühmteste Beispiel dafür. "Es gibt sie noch, die guten Dinge" - jenen Werbespruch des deutschen Händlers Manufactum könnte sich in Nordeuropa ein Großteil der Boutiquen und Kaufhäuser zu Eigen machen. Wer einmal das "stue" genannte Wohnzimmer einer dänischen Mittelklassefamilie besucht hat, bekommt davon eine Ahnung. Kaum ein Haushalt, in dem nicht eine der Lampen von Le Klint oder Poul Henningsen, PH genannt, hängt und nicht mindestens ein Wegner- oder Jacobsen- Stuhl steht. In Finnland sind es die Aalto-Vasen und Marimekko-Textilien, die nirgends fehlen dürfen.

Aufgrund dieser Designtraditionen aus dem 20. Jahrhundert wird das Etikett "skandinavisches Design" heutzutage vermutlich mehr genutzt als je zuvor - dabei ist schon allein die nationale Identität längst nicht mehr so homogen wie früher. Büros wie Culturecorporation in Kopenhagen und Tonfisk in Helsinki bestehen zu einem Teil aus Designern, die noch gar nicht lange in Skandinavien leben. Louise Campbell vom gleichnamigen Büro ist Tochter einer britischen Mutter und eines dänischen Vaters und hat sich sowohl in London als auch in Kopenhagen zur Industriedesignerin ausbilden lassen. Kaum ein Gestalter, der nicht schon in jungen Jahren wenigstens ein halbes Jahr im Ausland gelebt hat, um dort zu studieren oder zu unterrichten. Vorbei die Zeiten, als skandinavische Designer Skandinavier waren, sich in ihrer Heimat ausbilden ließen, dort arbeiteten und vor allem für skandinavische Produzenten entwarfen.

Bei der neuen Designergeneration ist die Formensprache, anders als bei den berühmten Vorgängern, selten so eindeutig, dass sich Objekte, die in einem Design-Shop liegen, ohne weiteres ihren Gestaltern zuordnen lassen. Heutzutage gibt sich niemand im Norden seinem Stil so extrem hin, wie es die Skandinavier Arne Jacobsen, Eero Aarnio oder Verner Panton getan haben oder auch die Mitteleuropäer Luigi Colani und Philippe Starck immer noch tun. Der geringere Wiedererkennungswert neuerer Entwürfe liegt auch daran, dass viele jüngere Gestalter Industriedesign aller Art machen und bei der Auswahl der Materialien nicht mehr so beschränkt sind wie noch vor einigen Jahrzehnten ihre berühmten Vorgänger. Oftmals entwirft ein und derselbe junge nordeuropäische Designer Möbel, technische Geräte und Geschirr, manchmal ist er - wie früher auch Jacobsen oder Aalto - zugleich Architekt. Anders als die se passen sich die jüngeren Desig ner jedoch mehr an die Wünsche ihrer Auftraggeber an, statt die eigene Formen sprache durchzusetzen. Dabei wer den Rohstoffe wie Holz und Gold ebenso selbstverständlich eingesetzt wie Keramik, Silikon, Plastik und zahlreiche andere Kunststoffe. "Klassisches" nordisches Design hingegen zeichnet sich durch die Verwendung von vielen Naturmaterialien und Rohstoffen aus. "Anders als in der deutschen Tradition waren die oft unbehandelt - das Holzoffenporig, der Stahl unpoliert", so erklärt Olesen vom Kunstindustriemuseum.

Designer wie das Duo von Tonfisk, die nur auf Geschirr setzen und stets dieselben Materialien und Farben verwenden, sind heut zutage eine Ausnahme. Gestalter wie Suppanen und Förster entwerfen zudem auch für Produzenten im südeuropäischen Raum - dadurch wird die nationale Designidentität noch mehr verwischt.

Alte Grundwerte wie Schlichtheit und Benutzbarkeit werden allerdings auch von den jungen Designern geteilt.

Und vom legendären Ruf der Klassiker profitieren sie ebenfalls. "Wenn ich in ein anderes Land komme und dort erzähle, ich sei Silberschmied aus Dänemark, beklatscht mich auf Anhieb jeder, und ich bekomme eine Menge Aufmerksamkeit", sagt Lasse Bæhring, der sich bei Georg Jensen in Kopenhagen hat ausbilden lassen.

"Immer mit den besten der Welt verglichen zu werden, muss nicht wirklich schlecht sein, schließlich spornt es einen an." Literatur: Charlotte und Peter Fiell (Hrsg.):

Skandinavisches Design, Taschen Verlag 2002

Norwegische Schlichtheit Wer von skandinavischem Design spricht, meint meist Entwürfe aus Dänemark, Finnland oder Schweden.

Norwegen spielt nur selten eine Rolle.

Espen Voll, 41, und Andreas Engesvik, 36, wollten sich nach ihrem Studium an der Designhochschule in Bergen bzw.

Oslo damit nicht abfinden. Unterstützt von der norwegischen Regierung fuhren sie zusammen mit drei jungen Kollegen im Jahr 2000 mit all ihren Prototypen auf die Möbelmesse nach Mailand. "Wir wollten ein norwegisches Statement abgeben", sagt Voll. "Mit unserem Namen Norway Says konnten wir selber definieren, was norwegisches Design ist", sagt er. Mittlerweile ist Norway Says ein erfolgreiches Trio, zu dem neben Voll und Engesvik auch noch Torbjørn Anderssen, 30, zählt.

Anfangs arbeitete die Gruppe viel mit Holz und entwarf Tische und Stühle aus dem in ihrem Heimatland im Überfluss vorhandenen Material.

Der Couchtisch "Hole" erinnert mit seinen simplen, klobigen Rädern an eine Mischung aus Seifenkiste und Alvar Aaltos Teewagen "Modell Nr. 98". Doch Norway Says gestaltet auch Produkte, die es noch gar nicht gab, als die drei mit ihrem Studium begannen. Ihr MP3-Spieler "Mica" übertrifft in seiner Schlichtheit Apples iPod: "Mica" hat nur einen einzigen Knopf. www.norwaysays.com

Schwedischer Thunfisch Ein Besuch auf der Messe "Ambiente" in Frankfurt am Main gab für Tony Alfström, 35, und Brian Keaney, 32, den Ausschlag, selbst Geschirr zu entwerfen. Die Produkte dort hätten allesamt ausgesehen, als passe kreativ und kommerziell nicht zusammen, sagen die beiden. Also gründeten sie 1999 gemeinsam Tonfisk, schwedisch für Thunfisch.

Das Wort erblickten sie beim Brainstorming für den Firmennamen auf einer Konservendose.

"Anfangs fand ich den Firmennamen lächerlich", sagt Keaney. Doch dann erkannte er, dass er die Leute neugierig macht. Die Entwürfe von Keaney und Alfström, die sich beim Studium in Helsinki kennen gelernt haben, sind schlicht und funktionell, dabei aber auch verspielt. So wie die Fruchtschale "Director's cut": In der Mitte der quadratischen Form verläuft ein Schlitz. Dadurch erinnert sie an ein Bild des italienischen Malers Lucio Fontana, zugleich laufen Wasserreste vom Abwaschen der Früchte ab.

Mittlerweile hat sich Alfström aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, ist aber noch Miteigentümer. Tonfisk ist viel mehr klassischer Handwerksbetrieb als modernes Designstudio. Denn die Produkte werden im eigenen Betrieb hergestellt. www.tonfisk-design.fi

Dänische Gemütlichkeit Niemand kann uns so gut inspirieren wie die Verbraucher", meint das Designertrio Culturecorporation.

Statt wie große Firmen Marktoder Trendstudien in Auftrag zu geben, fordern Claus Bjerre, 34, Ditte Hammerstrøm, 35, und Jeremy Walton, 34, die Konsumenten einfach auf, selbst Hand anzu legen, um herauszufinden, was die Leute wollen. So zimmerten sie für ihre Bank "Bænkenerdin" ("Die Bank gehört dir") einen in seiner Schlichtheit an Max Bills Ulmer Hocker erinnernden Sitz zusammen und drückten dann anderen Hammer, Holz und Nägel in die Hand, um weiterzuwerkeln. Die Leute, die später auf den Bänken sitzen, sollten sie auch selber bauen. So entstand ein Objekt, das eine Mischung aus Bauhaus, Baumarkt und Bauschrott ist. Nicht unbedingt etwas, was sich wirklich verkaufen ließe, aber die drei schöpfen die Energie und Ideen für kommerzielle Arbeiten aus solchen Projekten.

"Es ist provozierend, als Designer den Prozess nicht zu steuern. Dabei entsteht eine gewisse Angst, das inspiriert aber auch ungemein", so Claus Bjerre. Während Culturecorporation nicht verkaufbare Projekte wie eben jene Bank fast immer zu dritt entwickeln, nehmen sie kommerzielle Aufträge meist einzeln an. Bjerre arbeitet gerade daran, eine Schlafcouch zu entwerfen. "Davon gibt es zwar bereits etliche, aber weil sich unsere Architektur stetig wandelt, ist es auch nötig, die Möbel neu zu entwerfen", sagt er. Waltons bekanntestes Objekt ist "Hygge-lys", zu Deutsch in etwa "Gemütlichkeitskerze", eine quadratische Kerze mit eingebauter Streichholzschachtel.

"Ich interessiere mich mehr für den Vorgang, das Licht zu entzünden als für die Kerze an sich", sagt er. Licht spendet auch die Lampe, die die drei formten, indem sie dehnbares Plastik über einen Jaguar E-Typ zogen. "Wir wollen die Form von ihrem Inhalt befreien", sagt Ditte Hammerstrøm. www.paradiseparkdesignstudios.dk

Schwedische Wolken Vielleicht ist Monica Förster, 40, im Innersten eine Romantikerin. Ihr bekanntestes Objekt jedenfalls legt das nahe: "Cloud" ("Wolke") ist ein aufblasbarer Raum, der in einen Rucksack passt. Wo auch immer, soll sich jedermann Dank "Cloud" in die weiße Stille des Himmels zurückziehen können - zur Entspannung oder auch zu einem informellen Meeting. Die Idee dazu kam ihr selber in der Luft: "Immer, wenn ich mit dem Flugzeug flog, fragte ich mich, wie es sich wohl anfühlen würde, draußen in einer der Wolken zu sein", sagt Förster. Mittels Luftdruck wird aus der weißen Ballonseide in dem Sack ein mannshoher Raum in Form einer Cumuluswolke. Himmelskörper faszinieren Förster: Die Lampe "Silikon" ist wie ein UFO geformt. Sie entstand eher zufällig, als Förster 1998 mit dem für sie neuen Material Silikon experimentierte. Damals, ein Jahr nach Abschluss des Studiums an der Stockholmer "Konstfack", arbeite sie noch in der Küche ihrer Wohnung. Die Silikonexperimente im eigenen Backofen verliefen erfolgreich und führten zu der Lampe, die später für die Residenz des schwedischen Botschafters in Berlin ausgewählt wurde. www.monicaforster.se

Finnische Leichtigkeit Entscheidungsschwäche ist Ilkka Suppanens, 38, Stärke. Weil er nicht wusste, ob er lieber Architekt oder Designer werden wollte, ließ sich der Finne zu beidem ausbilden.

Suppanen studierte Architektur an der technischen Uni in Helsinki und Möbeldesign an der dortigen Hochschule für Kunst und Design. "Statt, wie mir mein Vater immer geraten hat, nur eine Sache zu machen, die aber richtig, ging ich meinen Neigungen nach", sagt Suppanen und fügt hinzu, "und mache hoffentlich beides gut." Er entwirft Ferienhäuser in den Schären von Helsinki, Showrooms für den finnischen Möbelproduzenten Artek und jede Menge Produkte wie Taschen, Schmuck und Sessel. Eine gewisse Leichtigkeit zeichnet viele seiner Produkte aus. Das Deckenlicht "hiwave" schwebt von Seilen gehalten wie ein Taschentuch, das in die Luft geworfen worden ist und gerade zu Boden segelt, im Raum. Der Sessel "flying carpet" hat eine Sitzfläche, die dünn wie ein Teppich ist und kann zum Transport mit wenigen Handgriffen auseinander genommen werden. "Das ist mein Lieblingsstück. Ich habe den Sessel ursprünglich für mich entwickelt, als ich viel reiste. Cappellini hat ihn dann produziert", sagt Suppanen. Am liebsten würde der Finne einmal ein Segelboot entwerfen.

"In einem Segelboot steckt einfach alles: Es ist etwas Bewegliches, etwas sehr Naturverbundenes. Gleichzeitig ist eine Yacht ein Ort, an dem man lebt." www.suppanen.com

Kasten:

Fünf Klassiker des skandinavischen Designs Thor Bjørklund, Käsehobel (1925)

Das Ursprungsmodell des Käsehobels, eine norwegische Erfindung, ist nordisch-praktisch - die Käsescheiben sind glatter, als mit dem Messer geschnitten und zudem auch noch dünner, der Verbrauch also sparsamer.

Das Originalmodell hat einen Metallgriff und ähnelt damit sehr einem edlen Kuchenheber. Es gibt den Käsehobel aber auch mit Holzgriff, und dieses Modell ist vielleicht noch typischer für skandinavisches Design.

Arne Jacobsen, Stuhl 7 (1955)

Die Stühle der 7er-Serie bevölkern die Büros und Konferenzräume auf der ganzen Welt. Die Linienführung wirkt "weiblich" geschwungen; das mag den Fotografen Lewis Morley dazu animiert haben, 1963 das aus der Profumo-Affäre bekannte Callgirl Christine Keeler auf diese Art von Stuhl zu setzen. Das weltberühmte Foto hat den 7er noch bekannter gemacht. Dabei handelt es sich bei dem fotografierten Stuhl lediglich um eine Kopie - denn das Original modell gibt es gar nicht mit einem ausgesägten Griff in der Lehne.

Poul Henningsen, Hängelampe Artischocke (1957)

Name und Gestaltung lassen unschwer erkennen, dass hier die Natur als Vorbild diente. Dass PH - wie er auch genannt wird - dabei auf ein südeuropäisches Gemüse zurückgriff, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Die Lampe gehört heute neben Poul Henningsens Kugelschirmmodell von 1926/27 zu den Ikonen des dänischen Designs. Die ebenfalls aus Dänemark stammende Künstlergruppe Superflex baute kürzlich eine abgewandelte, mit Biogas betriebene Version des Modells PH5 in eine ihrer Supercopy-Arbeiten ein.

Sixten Sason/Björn Envall, Saab 99/900 (1967/78)

Praktikabilität stand auch im schwedischen Automobilbau stets ganz oben: Sicherheit hatte oberste Priorität, solide sollten die Wagen außerdem sein und geräumig.

Das Design hatte sich diesen Werten zwar unterzuordnen, sollte die Modelle aber gleichzeitig zu etwas Besondere machen. Heraus kamen Modelle wie der Saab 900, entstanden aus dem Modell 99 (links). Mittlerweile gehören Saab und Volvo zu amerikanischen Herstellern und das Design der Autos droht im japanisch-amerikanischen- europäischen Einerlei unterzugehen.

Maija Isola, Stoff Unikko (1960)

Als Maija Isola für Marimekko ein Stoffmuster mit Mohnblumen entwarf, reduzierte sie die Pflanze auf das Wesentliche: die große Blüte in der kräftigen, nuancenlosen Farbe, in der Mitte der dunkle Stempel, umgeben von einem etwas helleren Blütenteil. Plakatives Malen statt filigraner Jugendstil zeichnet die Arbeiten der Finnin aus. Anders als andere farbstarke Muster hat sich Unikko über die siebziger Jahre hinüberretten können und wird nun auch auf Waschtaschen, Gummistiefeln und andere Marimekko-Produkte gedruckt.

Design-Trio Espen Voll, Torbjørn Anderssen und Andreas Engesvik (von links) mit Norway-Says-Produkten aus dem Jahr 2005: "Alta", ein superleichtes Fahrrad ohne Gangschaltung, der stälerne Beistelltisch "Twin", "Dab1"- Radio mit abnehmbaren Lautsprecher und der stapelbare Gartenstuhl "Spline"

Statt schriller Farbvarianten gibt es ihr Geschirr nur in klarem Weiß: Tonfisk-Designer Brian Keaney mit dem Teeset "Warm" (2004)

Culturecorporation- Gestalter (von links) Claus Bjerre, Ditte Hammerstrøm und Jeremy Walton auf ihrem Do-it-Yourself- Möbel "Die Bank gehört dir" und zwei "shelf portraits", folienumwickelte Regalobjekte (2004)

In Nordeuropa spezialisierten sich Designer bereits früh auf solide Produkte für die Masse - Ikea ist dafür das berühmteste Beispiel

Monica Förster mit ihren "Mix"-Schalen und -Vasen (seit 2003) aus Kristallglas und Acryl und der preisgekrönten "Silikon"-Leuchte (1999, hinten links)

Naturstoffe werden ebenso selbstverständlich eingesetzt wie Silikon und Plastik

Möbel zum Fliegen bringen: der Finne Ilkka Suppanen auf seinem "Flying carpet"-Sessel (1998), dahinter die Stehleuchte "Lokki" (2005)