Ausgabe: 03 / 2007
Seite: 120
"Eng liiert"
Von
Museen: Beat Wismer tritt Chefposten in Düsseldorf an
Beat Wismer leitet als Generaldirektor ab März das Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Er führte bisher das Aargauer Kunsthaus in Aarau. Über seine neue Aufgabe sprach er mit art- Korrespondent Gerhard Mack. art: Als neuer Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast haben Sie es mit dem Energiekonzern Eon als Hauptsponsor zu tun. Es heißt, ihr Vorgänger Jean-Hubert Martin hatte damit Schwierigkeiten und trat deswegen zurück. Wie sehen Sie das Verhältnis?
Wismer: Eon ist Partner, nicht nur Sponsor. Das Unternehmen hat zusammen mit der Stadt Düsseldorf eine Trägerstiftung gegründet, in der keine Seite eine Mehrheit hat. Eon hat sich dabei zu einer langfristigen Zusammenarbeit verpflichtet. Darin liegt der Unterschied zu Sponsoring, darin sehe ich eine Chance. Eon ist ein starker Partner mit einem guten Namen.
Worin liegt das Problem?
Natürlich gibt's die Befürchtung, dass ein Haus, das so eng mit einem starken Partner aus der Industrie liiert ist, für andere Sponsoren wenig attraktiv scheinen könnte. Wir haben durchaus den Ehrgeiz, über unser Programm auch auf weitere Sponsoren attraktiv zu wirken.
Und Sie brauchen diese zusätzlichen Mittel?
Auf jeden Fall. Eon gibt einen An teil zum Betriebskredit und finanziert eine Hauptausstellung pro Jahr. Für weitere Ausstellungen sind wir natürlich aber auch auf die Mithilfe weiterer Sponsoren angewiesen.
Wie weit mischt Eon sich in das Programm ein?
Als künstlerischer Leiter habe ich eine Programmautonomie. Natürlich muss das Programm attraktiv sein, aber es gibt dazu weder von der Stadt Düsseldorf noch von Eon Vorgaben.
Meint Attraktivität bestimmte Besucherzahlen?
Klar ist, dass das Haus auch in dieser Hinsicht attraktiv sein muss.
Die 150000 Zuschauer bei der Dalí-Ausstellung wurden sehr geschätzt, dass es bei Caravaggio mehr sein werden, ebenfalls.
Was wollen Sie in Düsseldorf für Ausstellungen zeigen?
Ich habe in Aarau das Ausstellungsprogramm aus den spezifischen Vorgaben der Sammlung er arbeitet. In Düsseldorf möchte ich ähnlich vorgehen. Die Sammlung reicht von kurfürstlichen Erwerbungen über die Düsseldorfer Malerschule bis zur Kunstakademie, und sie hat eine starke internationale Ausstrahlung. Das alles wollen wir auf eine präzise Art nutzen.
"Kunst für alle!" lautet das Motto von Tine und Mo Whiteman, die seit einen dreiviertel Jahr den "Berliner Poster Verlag" betreiben. Im Internet und in einer tannengrün gestrichenen Ladengalerie in der Auguststraße 52 verkauft das Paar Poster von Künstlern wie Wolfgang Tillmans, Katja Strunz, Corinne Wasmuht (links ihre Arbeit "Dr. Scheyring", 2006) und Hans-Jörg Mayer (rechts sein Poster "Star Spangled Hippie Djihad Banner", 2006). Alle drei Monate kommen neue Drucke hinzu.
Dieses Frühjahr etwa erweitern Poster von Candice Breitz und Dani Jakob das Sortiment. Nach dem Willen der Whitemans soll zeitgenössische Kunst zu erschwinglichen Preisen als alltägliches Gebrauchsgut massenhaft Publikum finden.
So sind die Drucke unlimitiert und werden zum Einheitspreis von zehn Euro pro Stück angeboten.
Doch möchten sie nicht mit einem Museumsshop verwechselt werden - denn ihre Poster entstehen exklusiv für den Verlag. Internet: www.berlinerposterverlag.com
