Ausgabe: 03 / 2007
Seite: 118

Liebhaber des Betons

Von Kito Nedo

Architektur: Foto-Archiv mit Berliner Nachkriegsbauten

Klagen über die ästhetischen Verirrungen und Fehler des Berliner Städtebaus nach dem Zweiten Weltkrieg sind nie verstummt. Großwohnsiedlungen wie das Märkische Viertel in Reinickendorf oder die Neuköllner Gropiussstadt gelten bis heute nicht zu letzt wegen ihrer architektonischen Verfasstheit als Orte sozialer Verwahrlosung. Doch die Betonschluchten finden auch ihre Verehrer: Mit Akribie kümmern sich der in Wien arbeitende Architekturkritiker Oliver Elser und der Berliner Fotograf Andreas Muhs mit ihrem Internet- Archiv "restmodern.de" seit 2001 um das realexistierende Erbe der architektonischen Moderne.

Rund 1000 Bil der hat Muhs von trostlosen Ecken in ganz Berlin gemacht - am liebsten geht er an grauen Winter tagen auf Fototour.

Ihn interessieren profane Bauten wie Wohnhäuser oder Postämter, die in keinem Architekturführer erwähnt sind. Beim Fotografieren, so Muhs, treibe ihn immer die Frage um: "Was haben sich die Architekten dabei gedacht?"